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Ärzteschaft

Art der Allergenhyposen­sibilisierung stark vom Alter abhängig

Mittwoch, 27. Mai 2020

/dpa

Waldems-Esch – Bei einer Hyposensibilisierung wegen einer Allergie unterscheiden sich die Alterskohorten stark voneinander. Das berichtet der Statistikdienstleister Insight Health.

Laut dem Robert-Koch-Institut leidet fast jeder dritte Deutsche unter einer allergischen Erkrankung. Die Hyposensibilisierung kommt bei verschiedenen Allergenen zu Einsatz, beispielsweise bei einer Allergie gegen Bienen- und Wespengift, Gräser- oder Baum­pollen sowie Milben.

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Eine Analyse zeigt bei den gesetzlich krankenversicherten Patienten, die im Jahr 2019 mindestens eine Hyposensibilisierung der Indikation Biene/Wespe, Gräser/Bäume oder Milben erhalten haben, eine höchst unterschiedliche Altersverteilung: So erhält mehr als jeder zweite dieser Patienten bis zu einem Alter von neun Jahren eine Behandlung gegen eine Gräser- und Baumpollenallergie.

Währenddessen sind es bei der Patientengruppe über 70 Jahren lediglich elf Prozent. Ge­gensätzlich verhält es sich bei der Hyposensibilisierung einer Insektengiftallergie. Hier werden nur drei Prozent der Null- bis Neunjährigen behandelt. Bei den Patienten über 70 Jahren sind es hingegen mehr als zwei Drittel.

Die Auswertung erfasst auch die Vor- und Nachmedikation der Patienten mit einer der ge­nannten Allergie: Patienten unter zwölf Jahren, die im Jahr 2018 eine Hyposensi­bilisie­rung erhalten haben, bekommen ein Jahr danach weniger örtlich wirkende Rhinologika, also zum Beispiel Nasensprays, und systemische Antihistamine wie Allergietabletten ver­ordnet als ein Jahr davor. „Dies deutet auf eine reduzierte Komedikation nach abge­schlossener Hyposensibilisierung hin“, so die Autoren der Insight-Health-Analyse.

Die Deutsche Gesellschaft für Allergologie und Klinische Immunologie (DGAKI) weist un­terdessen daraufhin, dass eine Allergen-Immuntherapie wenn möglich auch bei der jetzigen COVID-19-Pandemie fortgeführt werden sollte.

„Die Hyposensibilisierung in Form von Spritzen (SCIT) oder in Form von Tropfen oder Tabletten (SLIT) kann bei beschwerdefreien und gesunden Patienten fortgeführt werden und das Therapieschema sollte dann nicht unterbrochen werden“, hieß es aus der Fach­gesellschaft.

Bei Infektzeichen wie Fieber, unklarem Husten oder reduziertem Allgemeinzustand sollte die Therapie aber ausgesetzt und zu einem späteren beschwerdefreien Zeitpunkt fortge­führt werden.

Falls eine Unterbrechung der SCIT auftritt, sollte die Dosisanpassung durch den behan­deln­den Arzt und gemäß den Empfehlungen des Herstellers erfolgen. „Auch die Wieder­auf­nahme einer SLIT sollte unter ärztlicher Kontrolle durchgeführt werden“, so die DGAKI. © hil/aerzteblatt.de

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