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Politik

Pflegende Angehörige sollen Prämie von 500 Euro erhalten

Mittwoch, 27. Mai 2020

/picture alliance, Patrick Pleul

Schwerin − Pflegende Angehörige in Mecklenburg-Vorpommern sollen wegen der beson­deren Belastungen in der Coronakrise eine Prämie von 500 Euro erhalten. Dies gelte für Privatpersonen, die Angehörige pflegen oder Menschen mit Behinderung betreuen, teilte Sozialministerin Stefanie Drese (SPD) gestern in Schwerin mit.

„Wir wollen damit die Leistungen und das Engagement von pflegenden Angehörigen wür­digen. Sie sind eine unverzichtbare Stütze unseres Pflegesystems. Das wird in der Coro­nakrise besonders deutlich“, sagte Drese in einer Mitteilung.

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Durch die Schließungen von Tagespflegen oder Einrichtungen für Menschen mit Behin­de­rung hätten pflegende Angehörige vielfach die Pflege in der Häuslichkeit komplett über­nommen. Dabei komme es zu finanziellen Belastungen.

Den Angaben zufolge ist die Prämie eine Einmalzahlung, die das Bundesland übernimmt. Dafür sollen insgesamt 1,4 Millionen Euro aus dem Sozialfonds des Landes zur Verfügung gestellt werden.

Diese Prämie können laut Sozialministerium Privatpersonen erhalten, die ihren Wohnsitz in Mecklenburg-Vorpommern haben und eine pflegebedürftige Person betreuen, der min­destens der erste Pflegegrad anerkannt wurde. Wer einen Menschen mit Behinderung be­treue, könne die Prämie ebenfalls erhalten.

Die Landesregierung hatte für soziale Einrichtungen einen mit 20 Millionen Euro ausge­statteten Sozialfonds beschlossen. Das Geld ist demnach zusätzlich vorgesehen und nicht aus dem sogenannten MV-Schutzfonds. Diesen hatte die Landesregierung vor einigen Wo­­chen im Kampf gegen das neuartige Coronavirus aufgelegt. Er wird größtenteils über neue Schulden finanziert. © dpa/aerzteblatt.de

Kommentare

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Avatar #780704
Lothar Schwarz
am Donnerstag, 28. Mai 2020, 10:57

Dazu gibt es Fragen !

1. Das Geld sollen nur berufstätige Angehörige bekommen ! Die schwerstbelasteten Pflegenden zuhause mit einem hohen Pflegeaufwand, oft schon lange Zeit pflegend erhalten nichts. Ist das soziale Gerechtigkeit ?

2. Sind Pflegende Angehörige in anderen Bundesländern weniger wert ? Wird hier nun ein neuer Flickenteppich fabriziert mit sozialen Ungerechtigkeiten ?

3. Ist es nach all den vielen Jahren des Diskurses nicht unbedingt notwendig auf Bundesebene eine Neuregelung für alle Pflegenden Angehörigen zu organisieren ?

4. Wieviel soziale Ungerechtigkeit und Unfriede will man in diesem Land noch zulassen ?
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