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Gießen: Neuropathologen bauen neues Coronaregister auf

Donnerstag, 28. Mai 2020

Analyse der Blut-Hirn-Schranke am Transmissions-Elektronen-Mikroskop im Institut für Neuropathologie der JLU. /JLU, Rolf K. Wegst

Gießen – Wissenschaftler des Instituts für Neuropathologie der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) bauen ein deutschlandweites Register mit humanen Proben aus dem zentra­len und peripheren Nervensystem auf, die bei Obduktionen von COVID-19-Patienten ge­wonnen wurden.

„Es gibt bei COVID-19 Hinweise auf Infektionen des Herzens und der Niere, aber auch auf eine Beteiligung des zentralen Nervensystems“, erläuterte der Leiter des Instituts, Till Acker. Er ist auch Vorstandsvorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Neuropathologie und Neuroanatomie (DGNN).

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Belastbare Belege für eine Beeinflussung von Nervenzellen durch das neuartige Coro­na­virus beziehungsweise zur Neuroinvasion von SARS-CoV-2 fehlten jedoch bislang. Für In­fektionen mit anderen humanen Coronaviren sei dies nachgewiesen worden.

„Es wird diskutiert, ob eine Beteiligung des zentralen Nervensystems durch eine Störung der kardiorespiratorischen Zentren im Hirnstamm für den häufig ungünstigen Krank­heits­verlauf bei COVID-19-Patienten, auch unter Beatmung, mitverantwortlich ist“, so Acker.

Die neue Biobank soll die Grundlage dafür schaffen, eine mögliche ZNS-Beteiligung de­tailliert morphologisch, molekular und klinisch zu charakterisieren und die Patho­mecha­n­ismen der SARS-CoV-2-Infektion besser zu verstehen.

Das „CNS-COVID-19“ benannte Register wird durch das Institut für Neuropathologie und das Institut für Medizininformatik der JLU gemeinsam mit dem MIRACUM-Konsortium (Medical Informatics in Research and Care in University Medicine) organisiert.

MIRACUM wird im Rahmen der Medizininformatik-Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gefördert. © hil/aerzteblatt.de

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