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Weltnichtrauchertag: Ärzteverbände drängen auf Maßnahmen gegen Tabaksucht

Donnerstag, 28. Mai 2020

/doucefleur, stockadobecom
Berlin – Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) warnt gemeinsam mit der Gesellschaft für Pädiatrische Pneumologie (GPP) davor, E-Zigaretten als Option für Menschen zu sehen, die mit dem Rauchen aufhören möchten.

„E-Zigaretten bergen Gesundheitsgefahren und sind keine Alternative. Zur Rauchentwöh­nung sind in erster Linie strukturierte Entwöhnungsprogramme zu empfehlen“, erklärten die Fachgesellschaften zum Weltnichtrauchertag am 31. Mai.

Sie widersprechen damit dem Fazit eines vom Institut für Suchtforschung (ISFF) an der Frankfurt University of Applied Sciences initiierten Symposiums zum aktuellen Wissens­stand über den elektronischen Zigarettenersatz.

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Allerdings sei die Kostenerstattung für Betroffene und für Anbieter nicht einheitlich gere­gelt. DGP und GPP fordern daher professionelle Entwöhnungsprogramme, die Rauchern kostenfrei und flächendeckend zur Verfügung stehen. „Davon gibt es in Deutsch­land näm­lich viel zu wenige“, erklärte Michael Pfeifer, Präsident der DGP. „Große Erfolge können auch mit Maßnahmen zur Tabakkontrolle erzielt werden“, ergänzte er.

Länder wie Großbritannien oder Frankreich, die beispielsweise umfassende Werbever­bo­te, nachdrückliche Anti-Raucher-Kampagnen, nationale Rauchentwöhnungsangebote oder hohe Tabakpreise durchgesetzt hätten, seien damit erfolgreich. Deutschland ist auf diesem Weg laut den Fachgesellschaften zu zögerlich.

Es sei „schlichtweg nicht nachvollziehbar, dass das Verbot der Außenwerbung für E-Ziga­retten – wie jetzt vorgesehen im Entwurf für die morgige erste Lesung im Bundestag für ein zweites Gesetz zur Änderung des Tabakerzeugnisgesetzes – erst ab 1. Januar 2024 und nicht auch 2022 wirksam werden soll“, hieß es.

„Angesichts von rund 120.000 Tabaktoten jährlich brauchen wir umfassende Regelungen, die möglichst schnell umgesetzt und kurzfristig wirksam werden“ betonte auch Klaus Reinhardt, Präsident der Bundes­ärzte­kammer (BÄK).

Reinhardt erklärte, dass Ärzte täglich mit den gravierenden gesundheitlichen Auswirkun­gen des Tabakkonsums konfrontiert seien, unter anderem bei der Behandlung von Krebs­er­krankten, von Herz-Kreislauf-Patienten oder von Patienten mit schwerwiegenden Atem­wegserkrankungen.

„Rauchen ist eine Suchterkrankung und es ist höchste Zeit, gerade junge Menschen vor dem Rauchen und den damit verbundenen schwerwiegenden Gefahren für die Gesund­heit zu schützen“, sagte der BÄK-Präsident. Er forderte, auch für elektronischen Verdam­pfer sollten Außenwerbeverbote „möglichst schnell und zeitgleich mit den Regelungen für Tabakprodukte in Kraft treten“, so Reinhardt.

Auf junge Menschen zielt auch die diesjährige Kampagne des Aktionsbündnisses Nicht­rauchen, des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) und der Deutschen Krebshilfe.

„Das Experimentieren mit Shishas und E-Zigaretten kann den Start in eine Nikotinsucht sowie wahrscheinlich ein späteres Ausprobieren von Tabakzigaretten begünstigen“, er­klärten die Partner. Das Bündnis aus Gesundheitsexperten fordert die Bundesregierung daher auf, Maßnahmen der Tabakprävention umzusetzen und auch E-Zigaretten stärker zu regulieren.

Die Welt­gesund­heits­organi­sation hat den Weltnichtrauchertag 1987 eingerichtet. Er fin­det immer am 31. Mai statt. Für 2020 lautet das von der Deutschen Krebshilfe und dem Aktionsbündnis Nichtrauchen ausgegebene Motto: „Kill yourself starter kit – Lass dich nicht manipulieren“. © hil/aerzteblatt.de

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