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Politik

Störung beim Versichertenstamm­datendienst

Freitag, 29. Mai 2020

/Picture-Factory, stock.adobe.com

Berlin – Der Onlineabgleich der Versichertenstammdaten ist in vielen medizinischen Einrichtungen derzeit weiterhin nicht möglich. Die Probleme bestehen seit dem 27. Mai, wie die Gematik jetzt mitteilte.

Betroffen sind Praxen, die Konnektoren der Firmen T-Systems, Rise und Secunet haben. Der Ver­sicher­ten­stamm­daten­ab­gleich wird bei dem Besuch in einer Arztpraxis durch das Stecken der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) des Versicherten automatisch vorge­nommen.

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Das Problem sei durch einen Konfigurationsfehler in der zentralen Tele­ma­tik­infra­struk­tur (TI) entstanden, so die Gematik. Eine Lösung zur Behebung des Problems sei gefunden worden. An der Umsetzung der Lösung werde „mit Hochdruck gearbeitet“.

Um den Onlineabgleich für die Versichertenstammdaten in den Praxen wieder zu ermög­lichen, sei allerdings eine enge Zusammenarbeit zwischen IT-Dienstleistern und Leis­tungs­erbrin­gern notwendig. Die Gematik bitte daher alle von der Störung betroffenen medizini­schen Einrichtungen, „um Mithilfe“.

Diese sollten sich an ihre jeweiligen IT-Dienstleister wenden beziehungsweise auf deren Internetseiten Lösungsansätze verfolgen, schreibt die Gematik. Durch dort verfügbare An­leitungen würden betroffenen Ärzte und Einrichtungen unterstützt, Dateien hochzuladen, um die Störung zu beheben. Dieses Update sei „zwingend notwendig“.

„Uns ist bewusst, welche zusätzlichen Aufwände die Betroffenen dadurch haben“, erklärte Björn Kalweit, Leiter Operations bei der Gematik. Selbstverständlich treffe die Leistungs­erbringer keine Schuld an der Situation.

„Wir brauchen nun aber eine gemeinsame Vorgehensweise, um die Störung schnell zu be­heben“, sagte er. Dafür sei man auf die Mitwirkung der Ärzte, Zahnärzte, Psychotherapeu­ten und Praxen angewiesen. „Unsere eindringliche Bitte daher: Bitte wenden Sie sich, wenn Sie betroffen sind, an Ihren Dienstleister-vor-Ort und nehmen mit dessen Unter­stützung das Update so rasch wie möglich vor."

In Abstimmung mit dem Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium teilte die Gematik fest, dass den betroffenen Leistungserbringern kein finanzieller Schaden durch die Situation entstehen werde. Sie müssten keine Sanktionen fürchten, wenn sie durch die Störung derzeit den Abgleich den Versichertenstammdaten nicht durchführen könnten.

Der Gematik zufolge hat die aktuelle Störung keinen Einfluss auf die Sicherheit der TI. Diese sei nicht betroffen. © may/aerzteblatt.de

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Avatar #88767
fjmvw
am Samstag, 30. Mai 2020, 20:59

Wer zu doof ist, seine Zertifikate zu verlängern, ist dann mal eben weg vom Fenster :-)

TLS-Zertifikate sollen, so hört man, eine begrenzte Gültigkeit haben. Ist die Gültigkeitsdauer erreicht, ist das TLS-Zertifkat ohne Wirkung.

Und ohne gültiges TSL-Zertifikat geht bei der TI gar nix.
----------
Hab' ich beim Abhören des Flurfunks mitbekommen. Man, wer auch immer "man" ist, hat lediglich vergessen, rechtzeitig für neue Zertifikate zu sorgen. Und dazu hat ein anderer "man" vergessen, die Ärzte über diesen kläglichen Fehler zu informieren.

Deswegen haben ganz, ganz viele Ärzte wegen nicht funktionsfähiger TI eine Fehlersuche gestartet. Und weil sie ohne Hilfe nicht fündig wurden, haben sie, vermutlich überaus kostenverursachend, sich Hilfe bei ihrem IT-Dienstleister zu holen versucht. Da man wohl auch den TI-Dienstleistern nicht gesagt hatte, dass der Fehler auf die abgelaufene Gültigkeit von Zertifikaten zurückzuführen war, haben ganz viele Dienstleister ganz viel Zeit mit der Suche nach einem Fehler zugebracht, den sie selbst gar nicht beheben konnten.

Wer kommt auch schon auf die Idee, dass jemand "ganz oben" so einen dilettantischen Fehler begangen hat?

Die Ärzte haben den Ärger und die Kosten. Und dann stellen die Ausbläser fest, dass man den Ärzten kein ZUSÄTZLICHER Schaden entsteht. Mal ne blöde Frage: Wer kommt für die Kosten auf, die durch diesen Fehler in tausenden von Praxen induziert wurde? Haben die Verantwortlichen eine Haftpflichtversicherung, die das abdeckt?

Avanti Dilettanti - oder so ähnlich.
;-)
Avatar #3656
buchner2
am Samstag, 30. Mai 2020, 20:42

Preis eines Porsche - Qualität eines Trabant

Das kommt davon, wenn veraltete Technik den wehr- und ahnungslosen Ärzten aufgezwungen wird. Da werden noch mehr Überraschungen kommen. Finanziert wurde die Telematik bisher doch aus dem Gesundheitsfonds, bin gespannt, wie es weitergeht, wenn der Fonds von Spahn komplett geplündert ist....
Avatar #778793
Thomas Weber
am Samstag, 30. Mai 2020, 11:54

Die Probleme haben wir nicht. ;-)

Denn wir sind gar nicht an der Tele­ma­tik­infra­struk­tur.
Zumal ja eine Datenschutzfolgenabschätzung für sie immer noch nicht vorliegt. Da zahle ich gerne meine 2,5% vom Honorar als Strafe. Ich sehe das aber mittlerweile als Versicherungsprämie gegen unnötigen Ti- und Konnektoren-Ärger.
Avatar #106507
broscheit
am Samstag, 30. Mai 2020, 10:29

lasst mal die Kirche im Dorf

Klar entsteht jedem Arzt ein mehr oder minder großer Schaden durch die Arbeit des Praxispersonals, Frau Rudolph.
Mir sind auch schon erhebliche schaffen durch nicht notwendige Wartezeiten bei schlechtem Praxismanagement entstanden.
Wenn wir das und noch vieles mehr immer schön gegeneinander verrechnen, kamen wir hat nicht zu unserer eigentlichen Arbeit.
Avatar #547544
heike.rudolph
am Samstag, 30. Mai 2020, 08:29

TI - Störung Ver­sicher­ten­stamm­daten­ab­gleich

Wieso entsteht den Leistungserbringern kein Schaden? Die MFAs haben weniger Zeit für den Patienten und die notwendigen Praxisarbeiten. Und sie sind keine IT-Spezialisten! Wenn viele Praxen betroffen sind, dann können sie viel Zeit in der Warteschleife beim Softwareunternehmen verbringen. Die Zeit bezahlt der Praxisinhaber - der Arzt!
Avatar #547544
heike.rudolph
am Samstag, 30. Mai 2020, 08:29

TI - Störung Ver­sicher­ten­stamm­daten­ab­gleich

Wieso entsteht den Leistungserbringern kein Schaden? Die MFAs haben weniger Zeit für den Patienten und die notwendigen Praxisarbeiten. Und sie sind keine IT-Spezialisten! Wenn viele Praxen betroffen sind, dann können sie viel Zeit in der Warteschleife beim Softwareunternehmen verbringen. Die Zeit bezahlt der Praxisinhaber - der Arzt!
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