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Politik

Mehr Pneumokokken­impfungen nach Ministerempfehlung

Freitag, 29. Mai 2020

Streptococcus pneumoniae (16.000-fache Vergrößerung) /dpa

Berlin – Gesetzlich Krankenversicherte sind offenbar der Empfehlung des Bundesministe­riums für Gesundheit (BMG) gefolgt, sich gegen Pneumokokken impfen zu lassen. Das teilte das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland (Zi) heute nach der Analyse von Verordnungszahlen von Januar bis März 2020 mit.

„Der schnellen Reaktionszeit der Vertragsärzteschaft und der hohen Sensibilität der Ver­sicherten ist es zu verdanken, dass durch rasche Impfungen besonders bei den vulnerab­len Bevölkerungsgruppen die Risiken für schwere Krankheitsverläufe minimiert werden konnten“, sagte der Zi-Vorstandsvorsitzende Dominik von Stillfried.

Im März hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) Menschen ab 60 Jahren aufgrund der Coronakrise dazu aufherufen, sich gegen Pneumokokken impfen zu lassen. Bereits einen Tag später seien die Verordnungszahlen für den Impfstoff drastisch nach oben geschnellt, so das Zi.

Gegenüber dem Vergleichszeitraum im März 2018 und 2019 wurden demnach mehr als viermal so viele Impfdosen verordnet und in Apotheken abgegeben. Da dem Zi aktuell nur die bis Ende März durch Apotheken abgerechnete Impfdosen vorlägen, könnten sich der Faktor durch Nachmeldungen noch erhöhen, so das Institut weiter.

Aktuell werden alle für Erwachsene zugelassenen Pneumokokkenimpfstoffe beim Paul-Ehrlich-Institut (PEI) als eingeschränkt verfügbar geführt. Deshalb hat die beim Robert-Koch-Institut (RKI) ansässige Ständige Impfkommission (STIKO) ihre Empfehlungen zur Pneumokokkenimpfung angepasst.

Aufgrund der eingeschränkten Lieferfähigkeit der Pneumokokkenimpfstoffe seien bevor­zugt Patienten mit geschwächtem Immunsystem zu impfen sowie Senioren ab dem Alter von 70 Jahren und Patienten mit chronischen Atemwegserkrankungen.

Impfungen gegen Pneumokokken wirken zwar nicht gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 selbst. Doch sie könnten eventuell verhindern, dass eine COVID-19-Erkrankung durch eine bakterielle Lungenentzündung oder Grippe einen gefährlicheren Verlauf nimmt. © may/EB/aerzteblatt.de

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