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Medizin

Steuer auf Zuckergetränke senkt Verbrauch in Mexiko

Dienstag, 16. Juni 2020

/carballo, stock.adobe.com

Cuernavaca – Mexikos Steuer auf zuckerhaltige Getränke hat nach 3 Jahren zur Senkung des Verbrauchs beigetragen. Das berichten Wissenschaftler des mexikanischen „Instituto Nacional de Salud Publica“ im British Medical Journal (DOI: 10.1136/bmj.m1311).

Mexiko hat eine der höchsten Raten von Diabetes, Übergewicht und Fettleibigkeit in der Welt. Ab Januar 2014 führte Mexiko eine Verbrauchssteuer in Höhe von einem Peso pro Liter auf zuckergesüßte Getränke ein, um den Konsum der Limonaden zu reduzieren, dies entspricht einer Preiserhöhung um rund 10 %.

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Die im BMJ erschienene Studie umfasst 3 Datenerhebungen, 2 vor der Steuer und 1 danach. Teilnehmer waren 1.770 Erwachsenen (Durchschnittsalter 47 Jahre), die an der Health Workers Cohort Study teilnahmen, einer Kohortenstudie von Angehörigen der Gesundheitsberufe und ihren Familien in Morelos, Mexiko, von 2004 bis 2018.

Die Teilnehmer füllten einen detaillierten Fragebogen über ihren Lebensmittel- und Getränkekonsum in den vorangegangenen 12 Monaten aus und wurden in eine von 4 Kategorien des Konsums von Erfrischungsgetränken eingeteilt (nicht, niedrig, mittel, hoch).

Die Forscher verwendeten ein statistisches Modell, das um Einflussfaktoren wie Alter, Bildung und Einkommen bereinigt wurde, um die Zugehörigkeit zu einer der 4 Kategorien vor und nach Einführung der Steuer abzuschätzen.

Sie stellten fest, dass nach der Einführung der Steuer die Wahrscheinlichkeit, ein Nicht-Konsument zu werden, um 4,7 % und die Wahrscheinlichkeit, ein geringer Konsument zu sein, um 8,3 % zunahm. Darüber hinaus verringerte sich die Wahrscheinlichkeit, ein mittlerer und hoher Konsument von Erfrischungsgetränken zu sein, bei mittleren Konsumenten um 6,8 % und bei hohen Konsumenten um 6,1 %.

„Da es sich um eine Kohorte von Gesundheitsfachkräften handelt, spiegeln die Ergebnisse möglicherweise nicht das Verhalten der gesamten mexikanischen Bevölkerung wider“, geben die Autoren zu bedenken. Zudem handle es sich um eine Beobachtungsstudie, welche per se keine Kausalität kläre.

Die Forscher können also die Möglichkeit nicht ausschließen, dass die Entwicklungen auf andere, nicht gemessene Faktoren zurückzuführen sind. Dennoch ist ihre Untersuchung ihrer Auffassung zufolge ein Hinweis, dass Steuern auf zuckergesüßte Getränke ein wirksames Mittel zur Abschreckung des Konsums sind.

Die Studie deute darauf hin, dass weitere Erhöhungen der Steuer „weitere Reduzierungen des sehr hohen Verbrauchsniveaus in Mexiko fördern könnten“, vermuten sie.

Auch hierzulande fordern die Deutsche Allianz Nichtübertrage Erkrankungen (DANK) und andere eine Zuckersteuer auf besonders ungesunde Lebensmittel. © hil/aerzteblatt.de

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