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Häusliche Gewalt steigt in Quarantäne und in finanzieller Not

Dienstag, 2. Juni 2020

/Vitalii, stockadobecom

München – Insbesondere bei Familien in Quarantäne und bei akuten finanziellen Sorgen haben Frauen während der Coronakrise häusliche Gewalt erfahren. Das ist das Ergebnis einer Onlinebefragung von rund 3.800 Frauen zwischen 18 und 65 Jahren.

Demnach berichteten 3,1 Prozent der Frauen, in der Zeit der strengen Kontaktbeschrän­kungen mindestens eine körperliche Auseinandersetzung erlebt zu haben, etwa Schläge. Bei 6,5 Prozent wurde die Kinder den Aussagen der Mütter zufolge gewalttätig bestraft. Offen blieb, ob die Gewalt in diesem Fall von der Frau oder dem Mann ausging.

Befanden sich die Frauen zu Hause in Quarantäne, stiegen die Zahlen stark: Dann berich­teten 7,5 Prozent von körperlicher Gewalt, in 10,5 Prozent der Fälle erlitten Kinder Ge­walt. Ähnlich dramatisch waren die Angaben, wenn die Familie akute finanzielle Sorgen hatte. Körperliche Gewalt traf Frauen dann in 8,4 Prozent der Fälle, Kinder in 9,8 Prozent.

Auch Kurzarbeit oder der Verlust des Arbeitsplatzes eines Partners erhöhte die Gewalt in den Familien. An höchsten waren die Zahlen, wenn einer der Partner Angst oder Depres­si­onen hatte. Hier gab es bei 9,7 Prozent körperliche Gewalt gegen Frauen und bei 14,3 Prozent Gewalt gegen Kinder.

Die Sozialwissenschaftlerin an der Technischen Universität München (TUM), Janina Stei­nert, und die Volkswirtin Cara Ebert vom RWI Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung hatten die Untersuchung durchgeführt. Gefragt wurde zwischen dem 22. April und dem 8. Mai 2020 nach dem vorangegangenen Monat.

Vergleichszahlen aus der Zeit vor der Pandemie nannten die Wissenschaftlerinnen nicht – diese seien nicht aussagekräftig, da bisherige Befragungen deutlich längere Zeiträume berück­sichtigten. © dpa/aerzteblatt.de

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