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Politik

Lohnfortzahlung: Trotz Mehrkosten kein Missbrauch telefonischer Krankschreibung

Mittwoch, 3. Juni 2020

/Ralf Geithe, stock.adobe.com

Düsseldorf – Der Anstieg der Krankschreibungen im Zuge der Coronakrise lässt nach Be­rechnungen des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) die Ausgaben für die Lohnfortzahlung in diesem Jahr um rund 1,6 Milliarden Euro steigen. Das Institut führt dies vor allem auf die bis Ende Mai geltenden telefonischen Krankschreibungen bei Erkältungen zurück.

Die Ärzte hätten diese erleichterten Regelungen umsichtig genutzt und damit „einen sub­stanziellen Beitrag zur Eindämmung des Infektionsgeschehens geleistet“, heißt es in der heute veröffentlichten Untersuchung.

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So seien Infektionsrisiken in den Belegschaften der Betriebe reduziert worden. Insgesamt erwartet das Institut Ausgaben der Arbeitgeber für die Lohnfortzahlung von rund 69 Milli­ar­den Euro in diesem Jahr. Die Rheinische Post hatte zuvor über die Untersuchung berichtet.

Das IW hat unter anderem Zahlen der Betriebskrankenkassen ausgewertet. Bei ihnen ha­be der Krankenstand im März um 1,5 Prozentpunkte über dem Vorjahresmonat gelegen. Im April sei er dann lediglich um 0,1 Prozentpunkte höher gewesen.

Befürchtungen, die Krankschreibung per Telefon könne missbräuchlich in Anspruch ge­nommen werden, scheinen sich vor dem Hintergrund des Aprilwerts nicht zu bestätigen, folgert der Autor der Studie, Jochen Pimpertz. © dpa/aerzteblatt.de

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