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SARS-CoV-2-Impf­stoff: AstraZeneca rechnet bis September mit Ergebnissen

Freitag, 5. Juni 2020

/dpa

London – Das britische Pharmaunternehmen AstraZeneca rechnet für September mit Ergebnissen zur Wirksamkeit seines in der Entwicklung befindlichen Impfstoffs gegen SARS-CoV-2. „Im September dürften wir wissen, ob wir einen wirksamen Impfstoff haben oder nicht“, sagte Unternehmenschef Pascal Soriot heute dem Sender BBC. Um keine Zeit zu verlieren, werde das Mittel aber jetzt schon massenhaft hergestellt.

„Wir fangen jetzt an, diesen Impfstoff zu produzieren“, erläuterte Soriot. Der Impfstoff müsse fertig vorliegen, „bis wir die Ergebnisse haben“. Damit gehe AstraZeneca zwar ein „finanzielles Risiko“ ein, „aber es ist die einzige Weise, um einen Impfstoff verfügbar zu haben, wenn er funktioniert“.

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AstraZeneca entwickelt das Mittel in Zusammenarbeit mit der Universität Oxford, die britische Regierung fördert das Projekt. Die klinischen Tests des Mittels am Menschen hatten Ende April in Großbritannien begonnen. Soriot sagte, außerdem fänden Tests in Brasilien statt, das sich mittlerweile zum „Epizentrum der Epidemie" entwickelt habe. Rund 10.000 Probanden beteiligen sich demnach an den Tests.

AstraZeneca hat nach eigenen Angaben Verträge für parallele Versorgungswege in Euro­pa, den USA und Asien geschlossen, etwa mit dem Serologischen Institut von Indien (SII) für eine Milliarde Impfdosen für das Schwellenland. Das Institut ist einer der größten Impfstoffhersteller der Welt.

Bereits am vergangenen Donnerstag hatte die britische Firma mitgeteilt, dass sie einen Vertrag im Umfang von 750 Millionen Dollar (666 Millionen Euro) mit den internationa­len Impfbündnissen Gavi und Cepi für die Produktion von 300 Millionen Dosen Corona­impfstoff geschlossen habe. Die Auslieferung soll Ende des Jahres beginnen.

Seit seinem ersten Auftreten bei Menschen Ende 2019 in China wurden weltweit mittler­weile 6,6 Millionen Ansteckungen mit dem neuartigen Coronavirus nachgewiesen. Mehr als 390.000 Menschen starben, die meisten Opfer haben die USA, Großbritannien und Brasilien zu beklagen.

Darüber hinaus hat die Pandemie wegen der Ausgangs- und Reisebeschränkungen massi­ve Folgen für die Weltwirtschaft. Ein wirksamer Corona-Impfstoff gilt als sicherstes Mitt­el, die Pandemie zu überwinden.

Weltweit werden etwa zehn potenzielle Corona-Impfstoffe bereits am Menschen getestet. Die deutsche Firma Biontech hat in Zusammenarbeit mit dem Pharmariesen Pfizer klini­sche Tests mit einem potenziellen Impfstoff gestartet. © afp/aerzteblatt.de

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Avatar #79783
Practicus
am Dienstag, 16. Juni 2020, 19:34

@ PD Dr. Adam

Sie verwechseln da wohl etwas! Gentherapie am Menschen - zum Beispiel für die herdeditäre spinale Muskelatrophie - hat doch mit "Eugenik" nichts zu tun! Das idiotische Tabu, das sich statt auf Heilung vererbbarer Krankheiten auf die hypothetishe Züchtung von Desigenerbabies bezieht und die ganze Forschung verteufeln will, weil eine entfernte Möglchkeit eines "Wunscheingriffs" in die Keimbahn auch bloß denkbar ist, geht m Thema vorbei!
Mit dem Verbot von "Gentherapie" verdammen Sie Kinder zu Behinderung und frühem Tod und fühlen sich dabei noch besonders "ethisch"...
Ich würde Sie eher als ethisch verantwortungslosen Arzt sehen wollen, der einer Ideologie willen Gesundheit anderer zu opfern bereit ist. Schämen Sie sich!
Avatar #686102
PD Dr. Adam
am Montag, 15. Juni 2020, 18:48

Gentherapie am Menschen? Eugenik?

Sehr geehrte Redaktion,
ich fürchte, das Ärzteblatt ist ganz im wörtlichen ,von allen guten Geistern verlassen'. Sie schlagen in Ihrem Artikel offenbar allen Ernstes eine Gentherapie am Menschen vor? So etwas wird u.a. als Eugenik bezeichnet und war bislang vollkommen zurecht Tabu. Als ethisch verantwortungsvoller Arzt erwarte ich eine Stellungnahme von Ihnen.
mit freundlichen Grüßen
Ihr
PD Dr Markus Adam

Sehr geehrter Herr Dr. Adam,

welchen Artikel meinen Sie? In diesem ist von Gentherapie nicht die Rede.

Beste Grüße

Redaktion Deutsches Ärzteblatt
Avatar #686102
PD Dr. Adam
am Montag, 15. Juni 2020, 18:43

Viruspartikel, die aus einem Patienten isoliert wurden?

Sehr geehrte Redaktion, sehr geehrte Frau Dr Zylka-Menhorn,
ich wollte Sie auf einen Irrtum in Ihrem Artikel hinweisen. Auf der Abbildung sind mindestens drei verschiedene Dinge zu sehen. Bei der Isolierung eines Stoffes oder (wie im vorliegenden Fall) eines Virus darf jedoch nur noch der isolierte Stoff oder Virus zu sehen sein (= Definition einer Isolierung). Ich wäre Ihnen sehr verbunden, wenn Sie diesen Irrtum korrigieren könnten.
mit freundlichen Grüßen und herzlichem Dank
Ihr
PD Dr Markus Adam
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