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Politik

Spahn schlägt „Gesundheits-Nato“ zur Pandemiebekämpfung vor

Montag, 8. Juni 2020

/picture alliance, Britta Pedersen

Düsseldorf – Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn schlägt ein europäisches Bündnis zur gegenseitigen Unterstützung im Pandemiefall und bei anderen Gesundheitskrisen vor. Die neue Allianz könne eine Art „Gesundheits-Nato“ sein, sagte der CDU-Politiker der Rheinischen Post heute.

Um schnell handlungsfähig zu sein, wenn in einem Mitgliedstaat ein Virus ausbreche, brauche es gemeinsame Strukturen, die auf Experten, Ärzte, Ressourcen zugreifen könn­ten. Dann müsse man auch nicht 27 Mal nationale Reserven mit Schutzmasken anlegen, sondern könne eine europäische Reserve aufbauen.

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Wegen der Knappheit und der Verteuerung von Schutzkleidung und Masken in der Coro­nakrise hatte die EU-Kommission schon im März den Aufbau einer solchen strategischen Reserve für alle EU-Staaten angekündigt. Konkret funktioniert das so, dass die EU die An­schaffung voll finanziert, einzelne EU-Staaten aber Kauf und Lagerung übernehmen.

Auch soll der europäische Katastrophenschutz drastisch ausgebaut werden und künftig auch über eigene Flugzeuge, Hubschrauber und Feldlazarette verfügen. Das Budget für das Programm RescEU soll um zwei Milliarden Euro aufgestockt werden, wie der zustän­dige EU-Kommissar Janez Lenarcic Anfang Juni sagte.

Zudem würde Spahn nach eigenen Worten gerne die europäische Gesundheitsbehörde ECDC zu einer Art europäischem Robert-Koch-Institut ausbauen. „All das“ werde man auch im Zuge der deutschen EU-Ratspräsidentschaft besprechen, die im Juli beginnt.

Grundsätzlich forderte Spahn: „Wir müssen uns als Europa mehr zutrauen und mehr trau­en. Zumal in einer zunehmend bipolaren Weltlage, die durch China und die USA be­stimmt wird.“

Europa als Schutz- und Innovationsgemeinschaft für die 2020er-Jahre zu definieren, da­rum gehe es. Ebenfalls wichtig sei das richtige Maß an Globalisierung. „Bei Schutzmasken und Arzneimitteln sollten wir nicht so abhängig vom Weltmarkt sein.“ © dpa/aerzteblatt.de

Kommentare

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Avatar #839877
cigouri
am Sonntag, 23. August 2020, 03:13

Ein Wasserhahn als Minister oder: There's no business like show business

Ein Wasserhahn als Ge­sund­heits­mi­nis­ter
Der gelernte Bankkaufmann (angeblich soll er Ge­sund­heits­mi­nis­ter sein) Jens Spahn erinnert mich mittlerweile ein klein wenig an einen Wasserhahn, den man dazu benutzt, über einen längeren Zeitraum unaufhörlich Wassertropfen auf den Kopf eines Gefangenen tropfen zu lassen, so dass letzten Endes der Wille des Gefangenen gebrochen wird, dieser alles glaubt, was man ihm sagt und er alles aber auch alles mit sich machen lässt, was man von ihm will. Die Pandemie-NATO ist nur ein weiterer Wassertropfen.
Man sollte wirklich langsam aufhören diesen Menschen überhaupt noch ernstzunehmen.
Nun ja, wenigstens ist er ein hervorragender, ganz und gar fabelhafter Wasserhahn, wenn er schon ein vollkommen inkompetenter Ge­sund­heits­mi­nis­ter ist…

Avatar #760232
penangexpag
am Dienstag, 9. Juni 2020, 06:18

die wahre Botschaft

Nicht die großen Schlagzeilen enthalten die Wahrheit, sondern gewisse, meist unbeabsichtigte kleine Signale und Diskrepanzen im "Kleingedruckten".
Minister Spahn will natürlich auf eine Effizienzsteigerung durch (europäische) Integration hinaus. Was soll daran falsch sein ! Nichts - aber die Meldung läßt einen ganz anderen Sachverhalt erkennen, den Spahn natürlich überhaupt nicht beabsichtigt hat :
Erfolgreiche Politik hat auch etwas mit dem Verständnis der unbewußten Reaktionen von Menschen zu tun. Davon hat Minister Spahn aber eher wenig. Denn sonst würde er zwischen dem Schutzprojekt für die Gesundheit und einem - auch noch höchst umstrittenen - militärischen Sammelbegriff (NATO) keinen Kontext herstellen. Das Fragezeichen muß man nicht hinter das Projekt an sich, sondern hinter die Person setzen.
Avatar #771752
catch-the-day
am Montag, 8. Juni 2020, 19:28

Gesundheit ist kein Krieg ...

... und der militärische Vergleich lässt schlimmes hoffen. So wie die Kriegsmaschinerie von der Waffenindustrie befeuert wird, so wird das Gesundheitsgeschehen von der Pharmaindustrie beeinflusst.
Für ein friedliches Zusammenleben brauchen wir keine Nato, jedenfalls nicht in der Ausrichtung wie sie sich heute präsentiert, und wir brauchen erst Recht kein Gesundheitssystem mit der gleichen Ausrichtung.
Frieden schaffen geht nur ohne Waffen, und Gesundheit schaffen nur ohne Pharmalobby.
Avatar #826416
Jotteff
am Montag, 8. Juni 2020, 18:57

Pandemie

Gemeinsam macht es durchaus Sinn. Und einheitlich, sofern es eine Pandemie ist. Dazu wäre es als erstes zwingend notwendig dass die Definition wieder zurück geändert wird. Wir hatten schon einige Fehlalarme im 21. Jahrhundert, aber dieser hier sprengt alles und wer hier Angst hat, die Verhältnismäßigkeit der Maßnahmen in Frage zu stellen, ist der Pharmaindustrie offensichtlich auch schon hörig. Spahn sollte zur deutschen Bank gehen.
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