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Künstliche Intelligenz in Deutschland noch kaum im Einsatz

Montag, 8. Juni 2020

/leowolfert, stock.adobe.com

Berlin – Der Gesundheitsbereich könnte in Deutschland der größte Nutznießer Künstli­cher Intelligenz (KI) sein. Das erklärte der Präsident des Digitalverbands Bitkom Achim Berg anlässlich der Vorstellung einer repräsentativen Umfrage unter 600 in Deutschland ansässigen Unternehmen aller Branchen zur Anwendung von KI.

Bislang täten sich die meisten Unternehmenszweige aber noch schwer damit, die lernen­den Maschinen für ihre Zwecke zu nutzen. Zwar stuften 73 Prozent der befragten Unter­nehmen mit 20 oder mehr Mitarbeitern KI als wichtigste Zukunftstechnologie ein.

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Doch nur sechs Prozent setzen sie den Angaben zufolge selbst ein und nur 22 Prozent planen, Künstliche Intelligenz in Zukunft einzusetzen oder diskutieren darüber. Doch ge­rade in der Medizin habe KI ein enormes Potenzial, so Berg. „Ein Arzt kann auch mal un­konzentriert sein, eine Maschine nicht. Sie arbeitet immer prä­zise und ohne Ermüdungs­erscheinungen“, sagte der Bitkom-Präsident.

Künstliche Intelligenz könne etwa bei der Suche nach Krebszellen behilflich sein. Auch könne sie beispielsweise bei Medikamententests assistieren, da sie riesige Datenmengen verarbeiten könne. „Der Gesundheitsbereich ist eines der besten Anwendungsgebiete für KI, wo auch die größten Fortschritte gemacht werden“, so Berg.

Bislang seien fortgeschrittene Anwendungen von KI aber eher noch die Ausnahme. 69 Pro­zent der Unternehmen nutzt KI bislang für Marketingzwecke, um etwa personalisierte Werbung zu schalten. Bei 40 Prozent der befragten Unternehmen kommt KI bei automa­ti­sierten Buchungen von Zahlungen und bei automatisierten Antworten auf Anfragen und Reklamationen zum Einsatz.

Nur ein Prozent nutze die Künstliche Intelligenz bisher für anspruchsvollere Aufgaben wie etwa der Produktentwicklung, wo KI für Simulationen genutzt werden kann. Auch für die Vorauswahl von Bewerbern nutzen sie nur zwei Prozent der befragten Unternehmen. Dabei könne auf diesem Wege ein diskriminierendes Bewerbungsverfahren vermieden werden, erläuterte Berg.

Als häufigste Gründe, warum man noch nicht in KI investiert habe, gaben Unternehmen Zeitmangel und nicht ausreichend geschultes Personal an. „Untätig zu warten, bis sich die Technologie durchgesetzt hat, ist ein Fehler“, erklärte Berg, „je länger man eine KI nutzt, umso mehr lernt sie auch.“

Unternehmen könnten nicht erwarten, dass sie eine maßgeschneiderte KI erwerben können, sondern müssten selbst tätig werden, um die Maschinen für ihre individuellen Bedürfnisse anzupassen. „Das geht nicht von heute auf morgen.“ © alir/aerzteblatt.de

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