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Ärzteschaft

Rhön-Übernahme: Ärzte befürchten Verschlechterung der Arbeitsbedingungen

Montag, 8. Juni 2020

/dpa

Frankfurt am Main – Viele Ärzte am Universitätsklinikum Gießen und Marburg befürch­ten, dass sich ihre Arbeitsbedingungen verschlechtern, wenn der Klinikkonzern Asklepios die Rhön­-Klinikum AG übernimmt, zu der auch das privatisierte Universitätsklinikum Gie­ßen­/Marburg gehört. Das berichtet der Marburger Bund (MB) in Hessen nach einer Kurz­um­frage.

Die Hamburger Asklepios Gruppe war schon bisher Anteilseigner bei Rhön und will das unterfränkische Unternehmen nun vollends übernehmen − mithilfe von Gründer und Teil­haber Eugen Münch. Den Inhabern der verbleibenden Aktien wurde ein Übernahmeange­bot für 18 Euro pro Anteil gemacht. Das Bundeskartellamt hat bereits seine Zustimmung zu der Übernahme gegeben.

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Im Augenblick arbeiten rund 1.300 Ärzte am Universitätsklinikum Gießen/Marburg. Die Blitzumfrage des MB bestand aus drei Fragen und hatte eine Laufzeit von vier Tagen. 256 Ärzte haben daran teilgenommen.

Danach wünschen sich fast 100 Prozent der Ärzte sich, dass das Land Hessen sich stärker für ihre Belange einsetzt. Mehr als 80 Prozent der Teilnehmer befürchten, dass sich die Ar­beitsbedingungen durch die geplante Übernahme verschlechtern werden.

Knapp 90 Prozent der Umfrageteilnehmer befürchten auch, dass die geplante Übernahme die Tarifverhandlungen mit dem Land Hessen negativ beeinflusst. Hintergrund ist, dass die Ärzte des Universitätsklinikums überwiegend Beschäftigte des Landes Hessen sind.

„Leider bestätigen die aktuellen Tarifverhandlungen diese Befürchtungen, denn Ärzte an den hessischen Unikliniken sollen schlechter gestellt werden als ihre Kollegen im restli­chen Bundesgebiet“, sagte Susanne Johna, Vorsitzende des MB Hessen und erste Vorsit­zen­de des MB Bundesverbandes. Die Landesregierung müsse sich energisch für bessere Arbeitsbedingungen auch an einem privatisierten Universitätsklinikum einsetzen. © hil/aerzteblatt.de

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Avatar #79783
Practicus
am Montag, 8. Juni 2020, 23:31

Es ist dann wohl an der Zeit

den Umtausch von Teddybärchen und Lobeshymnen in harte Währung zu fordern - und zwar für Ärzte UND Pflegepersonal!
Ohne uns geht es gar nicht, die "da oben" wssen das ganz genau. Lasst doch mal die Herren Verwaltungsdirektoren leere Betten ohne ÄrztIInnen und KrankenpflegerInnen verwalten.
Auch an Krankenhäusern darf gestreikt erden - macht das endlich mal: Noch ein paar Monate nur Notfälle, dann gehen die schon in die Knie!
Nichts wird so schnell vergessen wie die Lobpreisungen von Gestern, wenn es ans bezahlen geht!
Avatar #771752
catch-the-day
am Montag, 8. Juni 2020, 19:32

Privatisierungen wieder rückgängig machen!

Aus den letzten Monaten sollten wir gerlernt haben, dass sich das Gesundheitswesen und Kliniken nicht zum Geldverdienen eignen.
Die Privatisierungen sollten - notfalls durch Enteignung - rückgängig gemacht werden. Corona hat so viele Przendenzfälle geschaffen, dass es dafür gute Grüne gibt.
Obduktionen aus wissenschaftichen Imnteresse - wie am Uniklinikum Hamburg würden jedenfalls an privatisierten Kliniken nur dann durchgeführt wenn sie aus "Drittmitteln" finanziert werden und am Ende Gewinn abwerfen. Nur durch die Obduktionen in Hamburg haben wir etwas über Corona lernen können. Das sollte zu Denken geben.
LNS

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