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Politik

Hilfskrankenhäuser werden in Bayern zurückgebaut

Dienstag, 9. Juni 2020

Das Hilfskrankenhaus Oberviechtach, im Internat einer Hotelberufsschule. /picture alliance, Armin Weigel

München – Weil die Coronakrise in Bayern deutlich glimpflicher verlaufen ist als befürch­tet, werden manche extra errichtete Hilfskrankenhäuser wieder abgebaut. Andere wurden gar nicht erst hochgefahren, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab. Die Testkapazitäten hingegen sollen massiv ausgebaut werden.

„Inwiefern sich die Ausweitung der Testungen auf die derzeit bestehenden 124 bayer­i­schen Testzentren konkret auswirken wird, steht noch nicht fest“, sagte Gesundheits­minis­terin Melanie Huml (CSU) allerdings. Die Testungen sollen insbesondere für Personen­gruppen verstärkt werden, die besonders gefährdet sind oder in der kritischen Infrastruk­tur arbeiten.

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„Darüber hinaus sollen im Freistaat Bayern auch Menschen, die keine typischen Sympto­me einer Coronainfektion zeigen, die Möglichkeit erhalten, sich testen zu lassen“, so Huml. Details dazu würden noch ausgearbeitet.

Derweil werden die Kapazitäten in den Hilfskrankenhäusern zurückgefahren. Diese hätten im Fall stark steigender Zahlen die bestehenden Kliniken entlasten sollen. Im Regie­rungs­­bezirk Oberbayern wurden den Angaben nach sieben solcher Hilfskrankenhäuser eingerichtet. Mit Ausnahme Erding wurden oder werden alle rückgebaut.

In der Oberpfalz wurden laut einem Sprecher der Bezirksregierung drei Hilfskranken­häu­ser in Schwandorf, Oberviechtach und Waldsassen errichtet sowie ein Behelfs­kranken­haus in Weiden. Davon seien nur noch die Standorte in Schwandorf und Oberviechtach in Bereitschaft.

In Niederbayern hat die Regierung einer Sprecherin zufolge bei den Coronahilfs­kranken­häusern auf Einrichtungen der Vorsorge und Rehabilitation gesetzt. „Neu geschaffen wur­de lediglich ein Hilfskrankenhaus in Viechtach, das derzeit noch in Bereitschaft gehalten wird“, teilte die Sprecherin weiter mit.

Andernorts ist es hingegen lediglich bei Plänen für derartige Maßnahmen geblieben. Von der Regierung von Mittelfranken hieß es beispielsweise: „In allen mittelfränkischen Rettungsdienstbereichen wurden umfassende Konzepte für die Einrichtung von Hilfs­kran­k­enhäusern erarbeitet, deren Umsetzung im derzeitigen Pandemiegeschehen aber glück­licherweise nicht erforderlich ist.“

In Schwaben wurden für die Einrichtung von Hilfskrankenhäusern in Weißenhorn das Claretiner-Kolleg, in Aichach ein altes Krankenhaus sowie eine Veranstaltungshalle in Kempten Konzepte erarbeitet. Deren Umsetzung sind einem Sprecher zufolge unter Be­rücksichtigung des seit Wochen niedrigen Infektionsgeschehens im Regierungsbezirk ak­tuell nicht erforderlich. „Die theoretischen Planungen gelten weiter, um Einrichtungen bei Bedarf zu aktivieren“, teilte er aber mit.

„Bereits seit einigen Wochen ruhen die weiteren Vorbereitungen. Grund sind die günsti­gen Entwicklungen bei der Ausbreitung des Infektionszahlen und die Tatsache, dass wir in Unterfranken von ausreichend Krankenhauskapazitäten ausgehen“, erklärte eine Spre­cherin der Bezirksregierung.

Pläne gebe es für das Tagungszentrum des Bistums Würzburg in Hösbach, die Jugendbil­dungsstätte des Bezirks Unterfranken in Würzburg sowie für ein ehemaliges Kranken­haus­gebäude des Rhön-Klinikum Campus Bad Neustadt a.d.Saale. „Die reguläre Nutzung der drei Einrichtungen ist uneingeschränkt möglich“, teilte die Sprecherin weiter. „Derzeit besteht für die betroffenen Einrichtungsträger keine Vorhalte- oder Freihaltepflicht.“

So sehen die Behörden sich auch für einen eventuellen erneuten Anstieg der Infektions­zahlen gerüstet. Eine Sprecherin der Regierung von Oberfranken, wo die Konzepte im Laufe des Pandemiegeschehens bislang ebenfalls nicht erforderlich waren, erklärte bei­spielsweise: „Im Falle des Auftretens einer zweiten Erkrankungswelle von COVID-19 lie­ßen sich auf ihrer Grundlage sehr kurzfristig zusätzliche stationäre Behandlungs­kapazi­täten sicherstellen.“ © dpa/aerzteblatt.de

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