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Ärzteschaft

Wann COVID-19 bei Beschäftigten im Gesundheitswesen eine Berufskrankheit sein kann

Dienstag, 9. Juni 2020

/alex.pin, stock.adobe.com

Berlin – Die COVID-19-Erkrankung von Mitarbeitern im Gesundheitsdienst kann als Be­rufskrankheit anerkannt werden. Das hatte die Deutsche Gesetzliche Unfallversich­erung (DGUV) auf Nachfrage des Deutschen Ärzteblattes bereits Anfang April bestätigt.

Die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) hat jetzt einen Überblick erstellt, welche Voraussetzungen dafür erfüllt sein müssen, wer versichert ist und welche Leistungen gezahlt werden.

Das Papier ist in Zusammenarbeit mit dem Spitzenverband der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) entstanden.

Grundsätzlich müssen danach drei Voraussetzungen vorliegen: Ein Kontakt mit SARS-Co­V-2-infizierten Personen im Rahmen der beruflichen Tätigkeit im Gesundheitswesen, rele­vante Krankheitserscheinungen und der positive Nachweis des Virus durch einen PCR-Test.

Ärzte sowie der Arbeitgeber sind dann verpflichtet, dem zuständigen Träger der gesetzli­chen Unfallversicherung den begründeten Verdacht auf eine Berufskrankheit anzuzeigen. Dies gilt auch für ehrenamtliche Helfer.

Ist die Erkrankung im beruflichen Kontext als Berufskrankheit anerkannt, übernimmt die gesetzliche Unfallversicherung die Kosten der anstehenden Heilbehandlung sowie der medizinischen, beruflichen und sozialen Rehabilitation. Bei einer bleibenden Minderung der Erwerbsfähigkeit kann sie auch eine Rente zahlen. Im Todesfall können Hinterblie­be­ne eine Hinterbliebenenrente erhalten.

Welcher Versicherungsträger für einen erkrankten Mitarbeiter zuständig ist, hängt vom Arbeitgeber ab. Für Einrichtungen in öffentlicher Trägerschaft ist das die regional zustän­dige Unfallkasse beziehungsweise der regional zuständige Gemeinde-Unfall­versiche­rungs­verband. Für Einrichtungen in privater oder kirchlicher Trägerschaft ist es die Be­rufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW). © hil/aerzteblatt.de

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Avatar #654929
*1044#002051042682000#2712*
am Mittwoch, 10. Juni 2020, 20:50

Wann COVID-19 bei Beschäftigten im Gesundheitswesen eine Berufskrankheit sein kann

Leider wird es auch in diesem Beitrag versäumt, den maßgeblichen Text („Legaldefinition“) aus der Berufskrankheiten-Verordnung (BKV) bzw. aus dem dazugehörigen amtlichen Merkblatt zu zitieren:

"Infektionskrankheiten, wenn der Versicherte im Gesundheitsdienst, in der Wohlfahrtspflege oder in einem Laboratorium tätig oder durch eine andere Tätigkeit der Infektionsgefahr in ähnlichem Maße besonders ausgesetzt war." (Berufskrankheit-Nr. 31 01 Anlage 1 BKV)

Bei dem dafür zuständigen "Berufskrankheiten"- Bundesminister handelt es sich allerdings nicht um den Gesundheitsminister (SPAHN/CDU), sondern um den Arbeitsminister (HEIL/SPD), dessen BMAS-Abtlg. III/III b 1 auch insbesondere für das zu verhindernde Berufskrankheiten-Präventionsversagen (sozialrechtlich: Tatbestands-merkmal „Einwirkung“) verantwortlich zeichnet.

(Preisfrage: Warum behandelt das sog. Präventionsgesetz (PrävG) nicht als Präventionsziel auch die Berufskrankheiten-Prävention?)

M. f. G.: MedDir a. D. Dr. Müsch
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