NewsPolitikSARS-CoV-2-Anti­körper in weniger als einem Prozent der Hamburger Blutspenden
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

SARS-CoV-2-Anti­körper in weniger als einem Prozent der Hamburger Blutspenden

Dienstag, 9. Juni 2020

/picture alliance, Sven Hoppe

Hamburg – In mehr als 900 Proben von Blutspendern haben Hamburger Wis­sen­­schaftler mit einem Anteil von unter einem Prozent nur wenige Personen gefunden, die Antikörper gegen SARS-CoV-2 aufweisen.

Blutspender lieferten zwar kein 1:1-Abbild der Hamburger Bevölkerung, gäben aber den­noch einen Anhalt über den Anteil an unbemerkten Infektionsverläufen, erklärte Sven Peine, Leiter des Instituts für Transfusionsmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf.

Anzeige

„Wer hier in Hamburg in den letzten Monaten nur leichte oder unspezifische Erkältungs­symptome hatte, der war auch mit sehr großer Wahrscheinlichkeit nicht an COVID-19 erkrankt“, ergänzte Peine.

Für die Studie wurden in einem ersten Schritt bis Mitte April Rückstellproben von 300 Blutspendern aus dem Jahr 2017 auf das Vorliegen von Antikörpern gegen SARS-CoV-2 getestet. Dies diente der Überprüfung von vier unterschiedlichen Antikörpertests der Unternehmen DiaSorin, Euroimmun, Roche und Wantai.

Alle Antikörpertests hätten bei den Blutspendenden eine gute analytische Spezifität mit nur einer äußerst geringen Zahl an falsch positiven Ergebnissen aufgewiesen, berichten die Forscher.

Zur Auswahl des am besten geeigneten Antikörpertests wurden diese anschließend im Labor mithilfe von Antigenen überprüft. Aufgrund der hohen Sensitivität wurde für die weitere Studie der Roche-Antikörpertest verwendet – er wies nur ein falsch positives Er­gebnis bei 319 Proben auf.

Im April wurden mit dem ausgewählten Antikörpertest schließlich die ersten 300 Blut­spen­der auf eine bisher unbekannte SARS-CoV-2-Infektion getestet, wobei der serologi­sche Nachweis nur bei einer Person (0,3 Prozent) positiv ausfiel.

Auch in den beiden Folgemonaten fanden die Wissenschaftler um Peine und seinen Kol­le­gen Marc Lütgehetmann vom Institut für Medizinische Mikrobiologie, Virologie und Hy­giene am UKE sehr niedrige Positivitätsraten. Im Mai wiesen zwei von 288 Blutspen­dern (0,7 Prozent) Antikörper gegen SARS-CoV-2 auf, im Juni waren es erneut nur einer von 326 (0,3 Prozent).

Weitere Analysen alle vier Wochen

Das UKE und der Hamburger Senat hatten die Untersuchungen auf den Weg gebracht, um ein besseres Bild von der SARS-CoV-2-Verbreitung in der Bevölkerung zu bekommen. Bundesweit laufen zahlreiche solche Studien. Auch die Hamburger Untersuchung ist noch nicht beendet, die Analyse von Blutproben im Vierwochenrhythmus soll weitergehen. © nec/afp/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

3. Juli 2020
Berlin – Die Zahl der Fälle in den Notaufnahmen ist während der Coronapandemie seit Mitte März um bis zu 40 Prozent gesunken. Das berichtete das Robert Koch-Institut (RKI) in seinem aktuellen
Weniger Fälle in Notaufnahmen während der Pandemie
3. Juli 2020
Berlin – Das deutsche Gesundheitssystem verfügt trotz bestehender Probleme über eine „starke Basis“. Dies hat die im internationalen Vergleich bislang gut gelungene Bewältigung der Coronapandemie
Spahn sieht gute Basis für Weiterentwicklung des Gesundheitssystems
3. Juli 2020
Hamburg – Über die deutsche Corona-Warn-App sind laut Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) inzwischen einige hundert Infektionen mitgeteilt worden. „Wir gehen von rund 300 Infektionen aus, die
Spahn: Bisher rund 300 Infektionen per Warn-App gemeldet
3. Juli 2020
Berlin – Für Haustiere, die sich mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infiziert haben, gilt künftig eine Meldepflicht. Der Bundesrat billigte heute eine Regierungsverordnung, die eine Meldung über die
SARS-CoV-2: Für infizierte Haustiere gilt künftig eine Meldepflicht
3. Juli 2020
Berlin – Die Berliner Familiengerichte und die Gewaltschutzambulanz der Charité sehen einen Anstieg bei der häuslichen Gewalt und Kindesmisshandlung im ersten Quartal 2020. So gab es von Januar bis
Mehr häusliche Gewalt und Kindesmisshandlungen im Zuge der Pandemie
3. Juli 2020
Los Alamos/New Mexico –Eine Variante von SARS-CoV-2, die durch eine Mutation an Position 614 des Spike-Proteins gekennzeichnet ist, hat sich von Europa ausgehend innerhalb weniger Wochen weltweit
SARS-CoV-2: Wie gefährlich ist die Virusvariante G614?
3. Juli 2020
Köln – Bei Obduktionen von 13 Patienten, die am Universitätsklinikum Heidelberg an COVID-19 verstorben waren, wurden in den Lungen charakteristische histologische Veränderungen gefunden, die als
LNS LNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER