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Politik

Kabinett in Baden-Württemberg billigt Pläne für mehr Landärzte

Dienstag, 9. Juni 2020

/picture alliance, Holger Hollemann

Stuttgart – Mit einem reformierten Angebot für Medizinstudierende und mit zusätzlichen Studienplätzen will die Landesregierung Baden-Württemberg für mehr Landärzte sorgen. Einen entsprech­enden Gesetzentwurf hat das grün-schwarze Kabinett nach Angaben von Wissenschafts­ministerin Theresia Bauer beschlossen.

Die Grünen-Ministerin bezeichnete die Pläne heute als „guten Mix, um zu begeistern und zu motivieren“. Sozialminister Manne Lucha (Grüne) nannte sie einen „Meilenstein“.

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Den Plänen zufolge sollen die fünf medizinischen Fakultäten in Tübingen, Ulm, Freiburg, Heidel­berg und Mannheim die Zahl der Plätze für Studienanfänger um insgesamt 150 aufstocken.

Davon sollen 75 Plätze an Studienanfänger in der Humanmedizin gehen, die Landarzt werden wollen, aber nach dem herkömmlichen Verfahren keinen Studienplatz erhalten. Diese Studenten verpflichten sich, nach ihrem Abschluss in einer Region mit Ärztemangel zu arbeiten.

Teil des neuen Angebots ist ein flexibleres Medizinstudium, mit dem das Interesse am Arztberuf auf dem Land gesteigert werden soll. Eingeführt wird das neue Neigungsprofil „Ländliche Hausarztmedizin“, für das sich jeder Studierender der Humanmedizin im Laufe des Studiums entscheiden kann.

Die Lan­des­ärz­te­kam­mer begrüßte den Schritt, zeigte sich aber auch skeptisch: „Wir haben großen Bedarf an ärztlicher Arbeitskraft – nicht erst in Zukunft, sondern schon heute“, sagte Kammerpräsident Wolfgang Miller. Wer jetzt mit dem Studium beginne, stehe nach Studium und Weiterbildung aber frühestens ab 2030 für die Patientenversorgung zur Ver­fügung. „Die heutigen Probleme der ärztlichen Versorgung lösen wir damit also nicht“, sagte Miller.

Nach Schätzungen der Landesregierung haben rund 665.000 Menschen in Baden-Würt­temberg keinen Hausarzt an ihrem Wohnort. Die Kassenärztliche Vereinigung geht von derzeit mehr als 600 unbesetzten Stellen für Hausärzte aus. © dpa/aerzteblatt.de

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Hortensie
am Samstag, 13. Juni 2020, 11:30

Zu späte Reaktion

Wenn ich die Kleinstadt, in der ich in BW wohne, betrachte, wären hier mind. 3 weitere Hausärzte nötig, weil Arztpraxen ohne Nachfolger in den vergangenen Jahren geschlossen haben und weil 4 der Ärzte hier weit über 60 (und teils sogar über 70) Jahre alt sind.
Ich denke, dass das auch kein Ausnahmefall hier ist.
Daher wären JETZT Hausärzte nötig und nicht erst in 10 Jahren.
LNS

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