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Ausland

Besorgnis über Entlassung von Ärzten und Coronazahlen in Nicaragua

Mittwoch, 10. Juni 2020

Eine Ärztin behandelt eine Patientin in einem Behelfskrankenhaus in Managua. /picture alliance, Mario_Lopez

Managua – In Nicaragua sind Berichten zufolge mehrere Ärzte wegen Kritik am Umgang der Regierung mit der Coronakrise entlassen worden. Die Regionalvertretung des UN-Hochkommissariats für Menschenrechte drückte gestern Besorgnis darüber aus.

Nicaragu­anische Medien hatten berichtet, dass das Ge­sund­heits­mi­nis­terium des mittel­ameri­ka­ni­schen Landes mindestens fünf Ärzte, die in Krankenhäusern gearbeitet hatten, entlassen habe.

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Die autoritäre Regierung von Präsident Daniel Ortega und seiner Vizepräsidentin und Ehe­frau, Rosario Murillo, hat bisher praktisch keine Anti-Corona-Maßnahmen eingeführt.

Sie hat im Gegenteil Massenveranstaltungen gefördert und organisiert. Nach offiziellen Zahlen hat es in Nicaragua bisher 1.464 Coronainfektionen und 55 Todesfälle infolge einer COVID-19-Erkrankung gegeben.

Die Opposition zweifelt den Wahrheitsgehalt dieser Statistik jedoch an. Eine unabhäng­ige Gruppe registrierte bis zum 3. Juni mehr als 5.000 Infektionen und 1.114 Todesfälle.

In den wenigen von der Regierung unabhängigen Medien gibt es Berichte über zahlreiche Todesfälle, die „atypischen Lungenentzündungen“ zugeschrieben werden, sowie über heimliche, sogenannte Express-Beerdigungen.

Es häuften sich zuletzt außerdem Berichte über COVID-Erkrankungen unter hochrangigen Funktionären. Die Regierung bestätigte vor wenigen Tagen mehrere Todesfälle von ihr nahe stehenden Personen, darunter des Chefs der staatlichen Telekommunikations­behör­de und des Bürgermeisters der Stadt Masaya, Orlando Noguera.

Letzterem wurde eine prominente Rolle bei der brutalen Unterdrückung von Demonstra­tionen seit April 2018 mit mehr als 300 Toten vorgeworfen. Zu den Todes­ursachen mach­te die Regierung jedoch keine Angaben. © dpa/aerzteblatt.de

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