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Medizin

COVID-19: Junge Menschen nach milder Erkrankung durch Antikörper geschützt

Mittwoch, 10. Juni 2020

/picture alliance, Waltraud Grubitzsch

Atlanta – Eine Infektion mit dem neuen Coronavirus SARS-CoV-2 verläuft bei gesunden jungen Menschen meistens asymptomatisch oder milde, hinterlässt jedoch in den meisten Fällen protektive Antikörper.

Dies zeigen die Untersuchungen in MMWR (2020; DOI: 10.15585/mmwr.mm6923e4) an der Besatzung eines US-Flugzeugträgers, wo es Ende März zu einem Ausbruch gekommen war.

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Krankheitserreger wie SARS-CoV-2 können in der beengten Umgebung eines Schiffes rasch eine Epidemie auslösen. Betroffen sind nicht nur Kreuzfahrtschiffe, auf denen in der Regel ältere Menschen mit diversen Risikofaktoren reisen, sondern auch Kriegsschiffe, deren Besatzung aus gesunden jungen Männern und Frauen besteht.

Zu einem größeren Ausbruch kam es Ende März auf dem Flugzeugträger „USS Theodore Roosevelt“, wo sich bis Mitte Mai 1.156 von mehr als 4.000 Matrosen infiziert hatten.

Die US-Centers of Disease Control and Prevention (CDC) haben im April 382 Besatzungs­mitglieder genauer untersucht, von denen sich 238 infiziert hatten. Die Teilnehmer der Studie waren im Durchschnitt 30 Jahre alt und in der Regel kerngesund (wenn man von 28 Personen mit Asthma, Hypertonie, Diabetes und Immunsuppression absieht). Fast jeder fünfte Infizierte (18,5 %) hatte keinerlei Beschwerden, die anderen waren nur leicht erkrankt.

Die häufigsten Symptome waren neben Kopfschmerzen (66,5 %) und Allgemeinsymp­tomen wie Abgeschlagenheit (Fatigue, 55,2 %), Muskelschmerzen (Myalgie, 56,2 %) sowie Fieber (45,9 %) und Husten (44,3 %) ein Verlust der Geschmacksempfindung (Ageusie) und/oder des Geruchssinns (Anosmie).

Eines Ageusie/Anosmie wurde von 61,3 % der Infizierten angegeben. Über eine laufende Nase klagten 55,7 % und über einen entzündeten Rachen 41,8 %. Nur etwas mehr als die Hälfte (59,3 %) hatte sich wegen der Symptome in Behandlung begeben. Nur 2 Matrosen (1,0 %) wurden auf der Krankenstation behandelt. Todesfälle gab es nicht.

Von den 382 Teilnehmern hatten bei der Untersuchung bereits 228 Antikörper (60 %) gebildet. Bei den anderen 154 Teilnehmern (40 %) fiel der Test negativ aus. Darunter waren allerdings 23 Patienten, die vorher einen positiven Abstrich hatten, bei denen die Antikörper-Produktion aber noch nicht eingesetzt hatte.

Die Antikörper erzielten zu 59 % in einem Laborexperiment, in dem Zellkulturen mit dem Virus exponiert wurden, eine neutralisierende Wirkung. Für das Team um Daniel Payne von den CDC ist dies ein erfreuliches Zeichen, da neutralisierende Antikörper in aller Regel vor einer zukünftigen Infektion schützen.

Bei einigen Teilnehmern, die nach 40 Tagen erneut getestet wurden, waren die neutrali­sie­renden Antikörper weiterhin nachweisbar, was für eine anhaltende Immunität spricht. © rme/aerzteblatt.de

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