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Medizin

USA: COVID-19-Patientin erhält Lungen­transplantation

Freitag, 12. Juni 2020

/dpa

Chicago − Eine junge Frau, deren Lungen durch eine Infektion mit dem neuen Corona­virus SARS-CoV-2 irreversibel geschädigt wurden, hat an einer US-Klinik ein doppeltes Lungentransplantat erhalten. Laut der Pressemitteilung der Klinik hat die Frau die Operation überlebt. Sie muss aber vorerst noch beatmet werden.

Die junge Frau in den 20ern wies keine ernsthaften Begleiterkrankungen auf. Warum sie so schwer an COVID-19 erkrankte, während die Infektion bei anderen Menschen ihres Alters meistens milde verläuft, ist laut der Klinik unklar. Medienberichten zufolge soll sie Immunsuppressiva einnehmen.

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Die Frau hatte bereits über 2 Wochen an COVID-19 gelitten, als sie am 26. April wegen einer akuten Verschlechterung in das Northwestern Memorial Hospital in Chicago aufgenommen wurde. Dort hatte sich ihr Zustand rapide verschlechtert. Nachdem es auch mit einer mechanischen Beatmung nicht mehr gelungen war, das Blut ausreichend mit Sauerstoff zu sättigen, war sie an ein Gerät zur extrakorporalen Membranoxygenie­rung (ECMO) angeschlossen worden.

Als sie nach 6 Wochen auf der Intensivstation die Infektion überwunden hatte, waren die Lungen irreversibel geschädigt. Ihr Glück bestand darin, dass sie an einer der führenden US-Kliniken für Lungen­trans­plan­ta­tionen behandelt wurde. Die Thoraxchirurgen der Klinik führen jährlich 40 bis 50 Lungen­trans­plan­ta­tionen durch. Die Klinik rühmt sich auch dafür, dass ihre Wartezeiten auf ein neues Organ im Durchschnitt nur 30 Tage betragen (gegenüber 3 Monaten im Landesdurchschnitt).

Die junge COVID-19-Patientin musste nur 48 Stunden auf ihre neuen Lungen warten. Die Ärzte hatten sie auf die Warteliste gesetzt, nachdem die SARS-CoV-2-Tests negativ ausgefallen waren. In einer 10-stündigen Operation wurden beide Lungen durch ein Transplantat ersetzt. Der Eingriff sei technisch schwierig gewesen, berichtete der leitende Transplantationsmediziner und erste Operateur Ankit Bharat. Die Operation habe länger als erwartet gedauert, da die geschädigten Lungen mit der Umgebung verwachsen waren.

Die Patientin soll die Operation gut überstanden haben. Sie wird derzeit noch mechanisch beatmet. Wegen der langen Ruhezeit der Brustmuskulatur könnte ein längeres „Weaning“ erforderlich werden, hieß es. © rme/aerzteblatt.de

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