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Sonderforschung zum Einfluss der Erwartung an Behandlungen

Freitag, 12. Juni 2020

/the_lightwriter, stock.adobe.com

Duisburg/Essen – Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) richtet einen neuen über­regionalen Sonderforschungsbereich (SFB/Transregio) zum Einfluss der Erwartung auf die Wirksamkeit medizinischer Behandlungen ein. Sprecherin des gemeinsamen Forschungs­verbundes mit den Universitäten Hamburg und Marburg ist Ulrike Bingel von der Medizi­nischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen (UDE).

Erwartungen haben bekanntlich einen erheblichen Einfluss auf den Verlauf einer Erkran­kung und die Wirksamkeit von Behandlungen. So wirken Placebos beispielsweise auch dann, wenn die Patienten wissen, dass es sich um wirkstofffreie Medikamente handelt. Auch wenn Ärzte beim Verschreiben von Medikamenten gut erklären, warum diese helfen werden, verstärkt dies ihre Wirkung.

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Die Wissenschaftler um Bingel wollen herausfinden, wie die Erwartung pharmakolo­gi­sche Effekte konkret beeinflusst und was dabei im Gehirn und übrigen Körper geschieht. Außerdem geht es darum, wie sich Erwartungen gezielt zum Wohle der Patienten ein­setzen lassen.

Dabei wollen die Forscher sich zunächst auf zwei Volkskrankheiten konzentrieren: chro­nische Schmerzen und Depressionen. Dabei schauen sie auf psychische Effekte und auf biologische Prozesse.

Übergeordnetes Ziel des SFB ist die Translation der gewonnenen grundlagenwissen­schaft­lichen Erkenntnisse in die Klinik, also die systematische Anwendung von Erwar­tungseffekten im klinischen Alltag.

Eine große Herausforderung ist es dabei laut den Wissenschaftlern, nicht nur die zugrun­deliegenden Mechanismen, sondern auch interindividuelle Unterschiede zu verstehen. Hierzu seien sehr große Datenmengen und ein eng abgestimmtes Vorgehen notwendig, erläuterte Bingel.

„Unsere Vision ist es, das wissenschaftliche Fundament für eine personalisierte Medizin zu schaffen, welche die Erwartungen von Patienten gezielt und zu ihrem Besten nutzt“, so die Wissenschaftlerin. © hil/aerzteblatt.de

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