NewsÄrzteschaftSachsens Krankenhausärzte leiden häufiger unter Burnout
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Sachsens Krankenhausärzte leiden häufiger unter Burnout

Freitag, 12. Juni 2020

/joyfotoliakid, stock.adobe.com

Dresden – Sächsische Ärzte können auch in ihrer Freizeit nur schwer abschalten. Das ist das Ergebnis einer Befragung der Universität Leipzig im Auftrag der Sächsischen Landes­ärztekammer (SLÄK) unter 1.412 Medizinern im Freistaat. Demnach nehmen 87 Prozent aller Befragten Arbeit mit nach Hause und erledigen berufliche Aufgaben in ihrer Freizeit. 39 Prozent der Ärzte arbeiten sogar im Urlaub.

„Trotz der vorhandenen Belastungen schätzt der Großteil der sächsischen Ärzteschaft sei­ne Leistungsfähigkeit als gut ein und ist mit dem Beruf zufrieden“, resümierte Studienau­to­rin Steffi Riedl-Heller vom Institut für Sozialmedizin, Arbeitsmedizin und Public Health der Universität Leipzig. Und dass, obwohl sich 81 Prozent der sächsischen Ärzte beruflich hoch belastet fühlen und die durchschnittliche Wochenarbeitszeit der Mediziner liegt im Freistaat bei rund 52 Stunden liegt.

Anzeige

Die Folge sind nicht selten gesundheitliche Beschwerden. Vor allem Ärztinnen, stationär tätige Mediziner sowie junge Ärzte unter 40 Jahren haben verstärkt mit Erschöpfung so­wie auf Nacken-, Rücken-, Kopf- und Gliederschmerzen zu kämpfen.

Neben Erkrankungen des Bewegungsapparats (11 Prozent) beeinträchtigen vor allem psychische Erkrankungen (9 Prozent) die Arbeitsfähigkeit der Mediziner. 45 Prozent der Befragten weisen einzelne Burnoutsymptome auf, weitere 5 Prozent leiden unter einem ausgewachsenem Burnoutsyndrom.

Vor allem Klinikärzte haben der Studie zufolge häufig mit Burnout zu kämpfen, während ambulant Tätige davon weit weniger betroffen sind und zudem eine bessere Work-Life Balance aufweisen.

Die SLÄK hatte bereits 2007 eine Befragung zu beruflicher Belastung, Gesundheits­zu­stand und Berufszufriedenheit sächsischer Ärzte in Auftrag gegeben. Die aktuelle Befra­gung ermöglicht nun erstmals einen Vergleich der Ergebnisse. Dabei fällt auf, dass die Burnoutwerte seit 2007 insgesamt gestiegen sind, während die individuelle Zufriedenheit der Ärzte nachgelassen hat.

„Zur Bewältigung der medizinischen Versorgung braucht es nicht nur ausreichendes, son­dern auch gesundes und zufriedenes Personal“, mahnte SLÄK-Präsident Erik Bodendieck. Schließlich würden gesunde und belastbare Ärzte nachgewiesenermaßen effektiver ar­bei­ten und weniger Fehler. „Dabei können zeitgemäße Arbeitsbedingungen in Praxis und Klinik helfen“, so der Kammerchef. © hil/sb/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

10. August 2020
Berlin – Niedergelassene Ärzte müssen ab sofort die Möglichkeiten für eine stufenweise Wiedereingliederung bei Patienten prüfen, die sechs Wochen oder länger krank geschrieben sind. Darauf hat die
Vertragsärzte müssen bei längerer Arbeitsunfähigkeit stufenweise Wiedereingliederung prüfen
27. Juli 2020
Gütersloh – Die Coronakrise zwingt die Menschen nach Einschätzung von IT-Experten zwar aktuell zu mehr Nachhaltigkeit im Arbeitsalltag. Aber nur 17 Prozent der Befragten erwartet, dass dies auch nach
Umfrage: Coronakrise verändert Arbeitsalltag nicht nachhaltig
22. Juli 2020
Berlin – Weniger Stress, mehr Zeit für die Familie und eine höhere Produktivität: Der Wechsel ins Homeoffice infolge der Coronakrise war für viele Arbeitnehmer eine positive Erfahrung. Das geht aus
Homeoffice: Weniger Stress, mehr Produktivität
20. Juli 2020
Dresden – Im vergangenen Jahr sind bei der Gutachterstelle für Arzthaftungsfragen bei der Sächsischen Lan­des­ärz­te­kam­mer (SLÄK) 330 Anträge wegen eines vermuteten Behandlungsfehlers eingegangen. Das
Vermutete Behandlungsfehler in Sachsen auf Vorjahresniveau
14. Juli 2020
London – Viele Menschen haben den Lauf der Zeit während der ersten Coronawelle anders wahrgenommen als sonst. Das geht aus einer in der Fachzeitschrift PLOS ONE veröffentlichten Studie britischer
Zeitlupe oder Zeitraffer: Pandemie bringt innere Uhr durcheinander
13. Juli 2020
Hamburg – Jeder Zweite fühlt sich einer forsa-Umfrage zufolge durch die Coronakrise psychisch belastet. 50 Prozent der Befragten gaben an, sich wegen der Pandemie häufig oder manchmal gestresst zu
Coronakrise belastet jeden Zweiten psychisch
7. Juli 2020
Basel – Die COVID-19-Epidemie und die damit verbundenen Einschränkungen haben viele Menschen gestresst und bei einigen auch Depressionen ausgelöst. Nach einer Online-Umfrage unter mehr als 10.000
LNS LNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER