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Politik

Spahn ermahnt Deutsche vor Grenzöffnungen zur Vorsicht

Montag, 15. Juni 2020

/mirsad, stock.adobe.com

Berlin – Zur Wiederöffnung der meisten Grenzen in Europa und angesichts der bevorste­henden Urlaubszeit hat Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) die Deutschen ein­dringlich zur Vorsicht ermahnt. Grundsätzlich solle sich wegen der andauernden Corona­gefahr jeder überlegen, ob eine weite Reise mit dem Flugzeug oder der Bahn jetzt unbe­dingt nötig sei, sagte Spahn gestern Abend im „Bericht aus Berlin“.

Auf jeden Fall solle das Abstandsgebot eingehalten und etwa im Zug oder im Flugzeug eine Schutzmaske getragen werden. Spahn verwies auf die rasante Coronavirusaus­brei­tung durch Winterurlauber vor einigen Monaten, die etwa aus dem österreichischen Party­­ort Ischgl zurück nach Deutschland kamen. „Jetzt darf nicht Ballermann das nächste Ischgl werden“, hob der Minister mit Blick auf Mallorca in Spanien hervor und fügte hin­zu: „Party feiern ist dieses Jahr weniger angesagt.“

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Jeder müsse weiter auf die Coronaregeln achten: „Das Virus ist noch da.“ Die meisten Grenzen in Europa sollen ab heute wieder passierbar sein – mit wenigen Ausnahmen. Spanien kündigte gestern an, seine Grenzen am 21. Juni für Reisende aus der EU zu öff­nen. Auf die Balearen sollen die ersten deutschen Touristen bereits ab heute wieder reisen dürfen.

Nach drei Monaten hat die Bundesregierung die weltweite Reisewarnung für Touristen teilweise aufgehoben und damit das Startsignal für den Sommerurlaub von der Adria bis zur Algarve gegeben. Seit heute um Mitternacht warnt das Auswärtige Amt auf seiner Internetseite nicht mehr vor Reisen in 27 europäische Länder.

Dazu zählen Haupturlaubsländer der Deutschen wie Italien, Österreich, Griechenland, Frankreich und Kroatien. Vier Länder der Europäischen Union und des grenzkontroll­freien Schengen-Raums müssen auf die Aufhebung der am 17. März wegen der Coronapandemie verhängten Reisewarnung allerdings noch warten.

Darunter ist das beliebteste Ferienziel der Deutschen: Spanien. Dort besteht genauso wie in Finnland und Norwegen noch eine Einreisesperre. Nur für ein EU-Land wird die Reise­warnung wegen einer noch zu großen Zahl von Neuinfektionen aufrecht erhalten: Schwe­den, wo es deutlich weniger Einschränkungen zur Bekämpfung der Pandemie gab als in den anderen EU-Ländern.

Aber auch unter den 27 Ländern, für die die Reisewarnung aufgehoben wurde, gibt es eine Abstufung. Von Reisen nach Großbritannien, Irland und Malta wird auf der Internet-­s­eite des Auswärtigen Amts „dringend abgeraten“. Der Grund: In diesen drei Ländern ist nach der Einreise noch eine zweiwöchige Quarantäne erforderlich. Für diese Länder gilt also eine Art Reisewarnung zweiter Klasse.

In den anderen 24 Ländern ist ein Urlaub auch nicht ganz ohne Risiken. Darüber infor­miert das Auswärtige Amt im Internet nun sehr detailliert in sogenannten Reisehinwei­sen. Darin wird über die Infektionslage, Einreisebestimmungen, mögliche Einschränkun­gen der Bewegungsfreiheit im Land und Hygieneregeln informiert.

Bundesaußenminister Heiko Maas hatte die weltweite Reisewarnung für Touristen am 17. März nach Ausbruch der Coronapandemie verhängt – ein bisher beispielloser Schritt. Davor gab es Reisewarnungen nur bei einer akuten Gefahr für Leib und Leben etwa in Kriegsgebieten wie Syrien und Afghanistan. © afp/dpa/aerzteblatt.de

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