NewsMedizinParkinson-Patienten profitieren von Tiefer Hirnstimulation
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Parkinson-Patienten profitieren von Tiefer Hirnstimulation

Dienstag, 30. Juni 2020

/peterschreiber.media, stock.adobe.com

Minneapolis – Die Tiefe Hirnstimulation ist bei Parkinsonpatienten etabliert – Studien dazu haben aber laut der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) das Verfahren bislang immer mit der bestmöglichen medikamentösen Therapie verglichen, so dass Placeboeffekte nie eingeschätzt werden konnten.

Neurologen der University of Minnesota haben die Tiefe Hirnstimulation nun mit einer Schein-Stimulation verglichen. Im Ergebnis profitierten die Patienten klar von der echten Therapie, sie hatten mehr tägliche symptomfreie Zeit und eine deutlich höhere Lebens­qualität.

Die Arbeit ist in der Fachzeitschrift Lancet Neurology erschienen (DOI: 10.1016/S1474-4422(20)30108-3).

Die Wissenschaftler schlossen an 23 Behandlungszentren der USA zwischen 2013 und 2017 insgesamt 313 Parkinson-Patienten zwischen 22 und 75 Jahren ein. Ihre Erkran­kungsdauer betrug mindestens 5 Jahre und sie erhielten seit mindestens 28 Tagen eine stabile medikamentöse Parkinsontherapie.

Allen Teilnehmern wurden beidseitig Elektroden in den Nucleus subthalamicus implantiert. Es wurden 2 Gruppen computergestützt randomisiert. Die elektrische Stimulation erfolgte über 3 Monate entweder aktiv mit therapeutischer Dosierung der Stromdosis (Verumgruppe) oder mit einer subtherapeutischen Stimulationsdosis.

Die nun vorliegende Zwischenanalyse basiert auf den ersten 160 randomisierten Patienten nach insgesamt einem Jahr. 121/160 Patienten (76 %) waren in der aktiven- und 39/160 (24 %) in der Kontrollgruppe.

Nach der 3-monatigen Studienphase war der Unterschied hinsichtlich der Symptom­kontrolle signifikant: Er betrug in der Verumgruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe mehr als 3 Stunden täglich (p<0,0001).

„Dieser Unterschied ist für die Lebensqualität der Betroffenen sehr bedeutsam. Es macht viel aus, ob ich pro Tag 3 gute Stunden ohne ausgeprägte Parkinsonsymptome mehr oder weniger habe. Die Wirksamkeit des Verfahrens ist also als sehr hoch einzustufen“, erklärte der DGN-Experte Günther Deuschl, Seniorprofessor an der Christian-Albrecht-Universität zu Kiel,

Wichtig sei nun, die 5-Jahres-Ergebnisse abzuwarten und den Langzeiteffekt zu evaluieren. „Weitere Studien sind darüber hinaus wichtig, um den Effekt und die Sicherheit verschiedener Stromstärken zur Stimulation zu untersuchen“, sagte Deuschl. © hil/aerzteblatt.de

Liebe Leserinnen und Leser,

diesen Artikel können Sie mit dem kostenfreien „Mein-DÄ-Zugang“ lesen.

Sind Sie schon registriert, geben Sie einfach Ihre Zugangsdaten ein.

Oder registrieren Sie sich kostenfrei, um exklusiv diesen Beitrag aufzurufen.

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort


Mit der Registrierung in „Mein-DÄ“ profitieren Sie von folgenden Vorteilen:

Newsletter
Kostenfreie Newsletter mit täglichen Nachrichten aus Medizin und Politik oder aus bestimmten Fachgebieten
cme
Nehmen Sie an der zertifizierten Fortbildung teil
Merkfunktion
Erstellen Sie Merklisten mit Nachrichten, Artikeln und Videos
Kommentarfunktion und Foren
Kommentieren Sie Nachrichten, Artikel und Videos, nehmen Sie an Diskussionen in den Foren teil
Job-Mail
Erhalten Sie zu Ihrer Ärztestellen-Suche passende Jobs per E-Mail.

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

7. Juli 2020
Chemnitz – Beim Schreiben von Computerprogrammen sind Hirnregionen aktiv, die auch bei der Verarbeitung natürlicher Sprache relevant sind. Das berichten Wissenschaftler der TU Chemnitz, der
Programmieren funktioniert im Gehirn wie Sprechen
2. Juli 2020
Wien – Eine wiederholte Impfung gegen das Protein Alpha-Synuclein, dessen Ablagerungen im Gehirn an der Pathogenese des Morbus Parkinson beteiligt sein sollen, hat bei Patienten im Frühstadium der
Morbus Parkinson: Impfung soll Alpha-Synuclein aus dem Gehirn beseitigen
18. Juni 2020
London – Sind Menschen von einer Entscheidung in hohem Maße überzeugt, nehmen sie Informationen auf, die ihre Entscheidung bestätigen, verarbeiten aber keine Informationen, die ihr widersprechen. Das
Neurone Prozesse verstärken gewonnene Überzeugungen
11. Juni 2020
Leipzig – Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften (MPI CBS) haben die Hirnbereiche identifiziert, in denen beim Menschen die sogenannten exekutiven Funktionen
Wo im Gehirn die exekutiven Funktionen ablaufen
10. Juni 2020
Alberta – Moderates aerobes Training kann bei älteren Erwachsenen bereits nach 6 Monaten die Hirnleistung verbessern. Das berichten Wissenschaftler um Marc Poulin von der Cumming School of Medicine an
Neue Belege für den Nutzen körperlicher Aktivität auf die Hirnleistung
8. Juni 2020
Boston − Stammzellen, die aus einer Hautprobe gewonnen und im Labor in Dopamin-produzierende Zellen „umprogrammiert“ wurden, haben anderthalb und 2 Jahre nach der Implantation in das Gehirn
Stammzelltherapie aus körpereigenen Zellen verbessert Motorik bei Parkinson-Patienten
4. Juni 2020
Berlin/Würzburg – Mögliche Angriffspunkte für eine Neuromodulation bei verschiedenen neurologischen Erkrankungen wollen Wissenschaftler eines neuen überregionalen Sonderforschungsbereiches
LNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER