NewsPolitikCOVID-19: Schwere Krankheitsverläufe bei Langzeitarbeitslosen besonders häufig
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

COVID-19: Schwere Krankheitsverläufe bei Langzeitarbeitslosen besonders häufig

Montag, 15. Juni 2020

/picture alliance, Ulrich Baumgarten

Berlin – Auch in Deutschland haben arbeitslose Menschen offenbar ein größeres Risiko, wegen einer COVID-19-Erkrankung im Krankhaus behandelt werden zu müssen. Darauf deutet eine Analyse der AOK Rheinland/Hamburg und des Instituts für Medizinische So­ziologie des Universitätsklinikums Düsseldorf hin.

Die Ergebnisse bestätigen Daten aus den USA und Großbritannien, nach denen es bei so­zioökonomisch schwächer gestellten Menschen häufiger zu schweren Krankheits­verläu­fen kommt als bei solchen mit höherem Einkommen.

Anzeige

Für die Analyse wurden nach Angaben der AOK die Daten von 1,3 Millionen Versicherten ausgewertet. Über einen Zeitraum von knapp sechs Monaten zeichnete sich demnach ab, dass Versicherte, die währenddessen Arbeitslosengeld I, II oder Sozialhilfe bezogen, häu­figer wegen einer COVID-19-Erkrankung im Krankenhaus behandelt werden mussten als erwerbstätige Versicherte. Dies sei insbesondere bei Langzeitarbeitslosen der Fall gewe­sen.

Unabhängig von Alter und Geschlecht der Betroffenen hätten Bezieher von Arbeitslosen­geld II laut Analyse ein um 84 Prozent höheres Risiko für einen schweren Krankheits­verlauf, bei Empfängern von Arbeitslosengeld I seien es 17,5 Prozent.

„Dass Armut und Gesundheit zusammenhängen, wissen wir seit langem. Wenn nun ins­besondere Langzeitarbeitslose ein höheres Risiko haben, mit COVID-19 im Kranken­haus behandelt zu werden, könnte es daher daran liegen, dass sie oft gesundheitlich vorbe­las­tet sind“, wird Nico Dragano vom Universitätsklinikum Düsseldorf in einer Mitteilung der AOK zitiert.

Die genauen Ursachen für die neuen Erkenntnisse müssten in weiteren Untersuchungen geklärt werden. Die Analyse hätte gezeigt, dass es beim Zugang zur Gesundheitsversor­gung und der Stärkung der Gesundheitskompetenzen Nachholbedarf gebe. Versäumnisse räumte unter anderem der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach ein.

„Wir müssen uns überlegen, wie wir gerade auch die Ärmeren schützen. Das haben wir bisher zu wenig gemacht“, kommentierte der Bundestagsabgeordnete die Analyse gegen­über dem ARD-„Mittagsmagazin“. © alir/aerzteblatt.de

Themen:

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.
Avatar #782632
Chiromed
am Montag, 15. Juni 2020, 19:27

Wo ist der Beweis?

Wieso wird so etwas publiziert? - Kann bitte mal jemand die „Studie“ vorzeigen?
LNS
LNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER