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Ausland

EU-Kommission will künftigen Coronaimpfstoff „reservieren“

Mittwoch, 17. Juni 2020

/picture alliance, European Commission, Etienne Ansotte

Brüssel – Die EU will sich den Zugang zu noch in der Entwicklung befindlichen Impf­stoff­en gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 sichern. „Es geht darum, dass wir gemein­sam Pro­duktionskapazitäten für künftige Impfstoffe bei Unternehmen vorab reservieren“, sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen heute in einer Videobotschaft. Dem­nach soll dies in Form von Abnahmegarantien für Impfstoffhersteller geschehen.

„Im Gegenzug für das Recht, innerhalb eines bestimmten Zeitraums eine bestimmte An­zahl von Impfstoffdosen kaufen zu können, wird die Kommission einen Teil der Vorlauf­kosten der Impfstoffhersteller finanzieren“, präzisierte die Behörde. Dabei handele es sich um Laboratorien mit Produktionskapazitäten in Europa, die bereits mit klinischen Studien begonnen hätten.

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Die gezahlten Mittel sollen nach Angaben der Kommission als Anzahlung betrachtet wer­den und aus EU-Programmen und von der Europäischen Investitionsbank stammen. Für dieses Vorgehen habe sie am vergangenen Freitag bei einer Videokonferenz der Gesund­heits­minister grünes Licht von den Mitgliedstaaten erhalten, sagte von der Leyen weiter.

Allerdings sollen nicht alle Minister uneingeschränkt überzeugt von dem Plan gewesen sein. Viele Regierungen hätten vor allem „Transparenz in Bezug auf die Verhandlungen, die Verwendung der Mittel und die Verteilung sicherer Impfstoffe“ angemahnt, erklärte der Rat der Mitgliedstaaten.

Zudem soll sich diese Art der Zusammenarbeit von der Leyen zufolge nicht auf die EU beschränken. „Gemeinsam mit unseren internationalen Partnern werben wir dafür, dass eine erhebliche Anzahl von Ländern ihre Ressourcen bündelt“, sagte die CDU-Politikerin. Bei der für den 27. Juni angesetzten Geberkonferenz für die Coronaforschung werde sie dies weiterverfolgen.

Ziel sei es, dass Länder mit hohem Einkommen „den Kern für eine internationale Ein­kaufs­allianz“ bilden. Zum einen werde dies die Entwicklung von Impfstoffen beschleu­nigen und zum anderen den Zugang zu erschwinglichen Impfstoffen für „alle Menschen“ sicherstellen.

Weltweit wird an der Entwicklung eines Impfstoffs gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 ge­arbeitet. Es laufen auch bereits mit verschiedenen Impfstoffen Tests an Menschen. In Deutschland haben bislang die Unternehmen CureVac und BioNTech aus Tübingen und Mainz Genehmigungen für klinische Studien mit einem potenziellen Coronaimpfstoff er­halten.

Die Bundesregierung hatte Anfang der Woche bekanntgegeben, mit 23 Prozent der Unter­nehmensanteile bei CureVac einzusteigen, um sicherzustellen, dass ein Impfstoff Deutsch­land und Europa zur Verfügung gestellt werde. © afp/aerzteblatt.de

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