Medizin
Computerspiel unterstützt Behandlung von Kindern mit ADHS
Mittwoch, 17. Juni 2020
Silver Spring/Maryland – US-Ärzte können ihren jugendlichen Patienten mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) künftig eine App für ein Tablet verordnen.
Die Grundlage für die Zulassung durch die Arzneimittelbehörde FDA bilden die kürzlich in Lancet Digital Health (2020; DOI: 10.1016/S2589-7500(20)30017-0) veröffentlichten Ergebnisse einer randomisierten Studie.
An der „STARS-ADHD“-Studie hatten an 20 Zentren in den USA 348 Kinder im Alter von 8 bis 12 Jahren teilgenommen, bei denen eine ADHS diagnostiziert worden war. Die Kinder waren auf 2 Gruppen verteilt worden. Beide Gruppen erhielten eine App fürs Tablet.
In den folgenden 4 Wochen sollten sie an 5 Tagen der Woche täglich 25 Minuten mit der App spielen. In einer Gruppe enthielt die App Elemente, die die Aufmerksamkeit und die Inhibitionskontrolle der Kinder trainieren soll. In der Kontrollgruppe spielten die Kinder mit einer App ohne therapeutischen Nutzen.
Tatsächlich kam es nach den von Scott Kollins vom Duke University Medical Center in Durham und Mitarbeitern vorgestellten Ergebnissen bei den Nutzern der ADHS-App zu einer Verbesserung in einem „Attention Performance Index“, was die FDA jetzt als ausreichend für eine Zulassung eingestuft hat, zumal die Risiken und Nebenwirkungen gering waren. Nur bei 5 Kindern wurden Frustrationen beobachtet, 3 beklagten sich über Kopfschmerzen.
Die Zulassung erfolgte über die „De Novo Classicfication“, die die FDA vor anderthalb Jahren speziell für Medizinprodukte mit einem niedrigen oder mittleren Risiko eingeführt hat. Die Anforderungen für die Zulassung wurden dabei bewusst gering gehalten, um kleinere Anbieter nicht durch hohe Kosten durch klinische Tests abzuschrecken.
Die Möglichkeiten der App waren bei der Publikation der Studie im Februar kritisch eingestuft worden, zumal die App in der Studie in allen sekundären Endpunkten keine signifikanten Verbesserungen erreichte. Experten bezweifeln deshalb, dass die App den Kindern dabei helfen kann, ihre Probleme im Alltag und in der Schule besser zu bewältigen. © rme/aerzteblatt.de
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Erst mal schlau machen und dann erst reden... ...
ADHS wird ansonsten nach wie vor unterdiagnostiziert und nicht überdiagnostiziert (auch wenn sich erfreulicherweise langsam aber sicher etwas tut.)... siehe dazu https://adhs-forum.adxs.org/viewtopic.php?f=7&t=124
Wer nicht nur komplett abgedroschene, von der Wirklichkeit längst widerlegte Plattitüden von sich geben will, der kann sich ja mal umher lesen in Erfahrungsberichten von Betroffenen in ADHS-Internetforen https://adhs-forum.adxs.org/index.php
ADHS macht übrigens um die 10% der Gesamtbevölkerung in Deutschland und mindestens 30% bis eher 50% der Gesamtzahl der Patienten in der Psychiatrie aus https://www.thieme-connect.com/products/ejournals/abstract/10.1055/s-0043-119987?device=mobile&innerWidth=360&offsetWidth=360
Zur zwar bröckelnden, aber nach wie vor vorhandenen Inkompetenz, Ignoranz und Arroganz hinsichtlich ADHS auch das hier https://www.doccheck.com/de/detail/articles/12992-adhs-geballte-inkompetenz-und-ignoranz-der-psychiater

Antwort
Fragen Sie doch mal GrundschullehrerInnen, ob sie es positiv finden, wenn Kinder lebhaft sind!
In Eltern-Selbsthilfegruppen höre ich immer wieder von geradezu gruseligen Szenen, in denen engagierte Eltern zu unerwünschten Helikoptereltern degradiert werden und den betroffenen Kindern Zumutungen abverlangt werden, die bei Hunden unter ähnlichen Voraussetzzungen den Tierschutz auf den Plan rufen würden.
Ob wir "zu viele" Psychiater und Psychologen haben, kann ich nicht beurteilen.
Es mangelt aber mit Sicherheit an Fachleuten im diagnostischen und therapeutischen Sektor, die wirklich wissen, was sie tun.

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