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Hochschulen starten mit Studiengängen „Community Health Nursing“

Donnerstag, 18. Juni 2020

/Kzenon, stock.adobe.com

Berlin – Das „Community Health Nursing“ soll in den kommenden Jahren dazu beitragen, drängende Versorgungsprobleme zu lösen. Dazu stellte die Robert Bosch Stiftung am 18. Juni gemeinsam mit dem Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) Details vor.

Die künftige Rolle von speziell qualifizierte Pflegefachpersonen – den Community Health Nurses – könne aufgrund der vorhandenen Schlüsselkompetenzen eine zentrale sein, be­tonte Bernadette Klapper, Bereichsleiterin Gesundheit der Robert Bosch Stiftung.

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Im Ausland bereits umgesetzte, ähnlich gelagerte Versorgungskonzepte, etwa in Finn­land, würden hierzu gute Beispiele liefern. Dort führen entsprechend geschulte Pflege­fach­kräfte Untersuchungen durch, beraten, managen Therapien oder begleiten Betrof­fene bei psychischen oder chronischen Erkrankungen.

Die Gesundheitsversorgung in Deutschland stehe laut Klapper vor großen Heraus­forde­rungen: Der demographische Wandel steigere den Bedarf nach medizinischer Hilfe, zu­gleich würden insbesondere auf dem Land mehr und mehr Hausärzte fehlen.

Hier will der mittels Förderung der Robert Bosch Stiftung und des DBfK konzipierte Mas­terstudiengang Community Health Nursing ansetzen. Zum kommenden Winter­semester werden die Universität Witten/Herdecke, die Philosophisch-Theologische Hochschule Vallendar und die Katholische Stiftungshochschule München die ersten Studienjahrgänge anbieten.

Das so zu erwerbende Kompetenzprofil passe genau auf die Anforderungen zur Stärkung des „Public-Health“-Bereiches, die Experten nicht zuletzt im Zusammenhang mit der Co­ronapandemie fordern würden, so Klapper. Nun sei aber noch einiges an Arbeit nötig, ins­besondere Richtung Politik, um die strukturelle Verankerung akademisch ausgebildeter Pflegekräfte im Gesundheitssystem zu gewährleisten.

Die Rahmenbedingungen der „sektorierten Versorgung“ müssten dringend angepasst wer­den, befand auch Regina Klakow-Franck, stellvertretende Institutsleiterin des Insti­tuts für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTIG). Tue sich an dieser „Dauerbaustelle“ nichts, werde man künftig Mühe haben, die adäquate Versor­gung in der Fläche aufrechtzuerhalten.

Auch aus ärztlicher Sicht müsse gelten: „Kooperation für Patienten, statt Konkurrenz um Patienten.“ Angesichts der Überalterung von Teilen der Ärzteschaft, steigenden Teilzeit­quoten sowie Verteilungsproblemen mit Stadt-Land-Gefällen sprächen gewichtige Grün­de für bessere Kooperation und multiprofessionelle Teambildung.

Ihrer Auffassung nach, so Klakow-Franck, könnten verschiedene Versorgungsmodelle – wie klassische Hausarztpraxen und Gesundheitszentren – je nach regionalen Gegeben­heiten parallel und ohne Monopolstatus arbeiten.

Kordula Schulz-Asche MdB (Grüne), Mitglied des Bundestags­ausschusses für Gesundheit und Sprecherin ihrer Fraktion für Pflege- und Altenpolitik, sprach sich in diesem Zu­sammenhang dafür aus, kommunale Versorgungssettings unter Einbeziehung hochquali­fizierter Pflegekräfte stärker zu berücksichtigen.

Aufgabe der Politik sei es, für die langfristige strukturelle Finanzierung zu sorgen. Die ent­stehenden Kosten würden sich, so Franz Wagner, Präsident des Deutschen Pflegerates, aufgrund der zu erwartenden Verbesserungen in den Bereichen Primärversorgung, Case-Management, Prävention und Gesundheitsberatung zum Teil selbst amortisieren.

Im Rahmen eines im Januar 2020 begonnen Strategieprozesses sollen auch Möglich­kei­ten der Übertragung von Heilkunde auf Pflegefachpersonen und weiterer Verord­nungs­kompetenzen, zum Beispiel für Hilfsmittel, in die Überlegungen einbezogen werden.

Der Prozess war in Folge der Konzertierten Aktion Pflege vereinbart worden – beteiligt sind unter anderem das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium, die Pflegeberufsverbände und die Bundes­ärzte­kammer. © aha/aerzteblatt.de

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Avatar #722321
Hennighausen
am Mittwoch, 8. Juli 2020, 23:49

gut gemeinte Vorschläge

Die Vorschläge aus der Politik sind gut gemeint, mit Sicherheit. Die Frage ist nur: Woher soll das Geld kommen, wer soll alles bezahlen? Auch wenn es in dem Verständnis mancher als politisch unkorrekt angesehen werden könnte, so sollte man doch bedenken: Die system-relevanten Berufe haben die Hauptlast der Corona-Krise getragen, das ist richtig, sie bieten aber auch vergleichsweise gute soziale Sicherheit. Aus meiner Sicht stehen uns die wirtschaftlichen Folgen der Krise noch bevor, Insolvenzen und Entlassungen, die wir heute noch nicht absehen können, sei es Lufthansa oder Airbus. "Das dicke Ende kommt noch".
LNS

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