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RKI rechnet mit weiterer Ausbreitung des West-Nil-Virus in Deutschland

Donnerstag, 18. Juni 2020

/dpa

Berlin – Das Robert-Koch-Institut (RKI) rechnet mit einer weiteren Ausbreitung des durch Mücken übertragenen West-Nil-Virus in Deutschland. Das Virus sei offenbar in der Lage, in Deutschland zu überwintern, berichtete das RKI heute in seinem aktuellen Epidemiolo­gischen Bulletin.

Im vergangenen Jahr wurden demnach in dem bislang betroffenen Gebiet in Ostdeutsch­land fünf Infektionen mit dem West-Nil-Virus bei Menschen diagnostiziert, die vermutlich auf Mückenübertragung zurückgingen. Es waren die ersten Fälle in Deutschland.

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Bereits im vergangenen Jahr hatte das RKI von dem deutschlandweit ersten gemeldeten Fall berichtet. Der Patient aus Sachsen war an einer Gehirnentzündung erkrankt, wurde aber wieder gesund. Insgesamt wurden 2019 fünf Fälle aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Berlin gemeldet.

Übertragen wird das Virus vor allem von in Deutschland weit verbreiteten Stechmücken der Gattung Culex. Die weitere Ausbreitung hierzulande könnte demnach vor allem durch längere Sommer mit hohen Temperaturen begünstigt werden. Als ein mögliches Risiko­gebiet nannten die Experten die wärmebegünstigte Region am Oberrhein, wo seit Jahren Mückenplagen bekämpft werden.

Das West-Nil-Virus stammt ursprünglich aus Afrika. Die Erreger werden von Stechmücken zwischen Vögeln übertragen. Aber auch Säugetiere, vor allem Pferde, und Menschen können durch Mückenstiche infiziert werden. Im vergangenen Jahr wurden 51 Fälle bei Vögeln und 32 bei Pferden bekannt. 2018 waren es erst zehn Fälle bei Vögeln und zwei bei Pferden gewesen.

Auch schon vorher waren Infektionen bei Menschen in Deutschland bekannt geworden. Sie wurden aber von Reisen nach Südeuropa und Nordamerika mitgeschleppt. Infektio­nen beim Menschen verlaufen zu rund 80 Prozent ohne Symptome, beim restlichen Fünf­tel mit meist milder Symptomatik wie Fieber oder Hautausschlag.

Nur bei unter einem Prozent aller Betroffenen – in der Regel bei älteren Menschen mit Vorerkrankungen – kommt es zu einer Hirnhautentzündung oder seltener zu einer Enze­phalitis, die tödlich enden kann.

Impfstoffe oder eine spezifische Therapie für Menschen gibt es bislang nicht. Infektionen lassen sich nur durch Mückenschutz vorbeugen. © afp/aerzteblatt.de

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