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COVID-19: Empfehlungen zur intensiv­medizinischen Therapie aktualisiert

Freitag, 19. Juni 2020

/sudok1, stock.adobe.com

Berlin – Die Deutsche Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv-und Notfallmedizin (DIVI) und die Deutsche Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfall­me­di­zin (DGIIN) haben ihre Empfehlungen zur intensivmedizinischen Therapie von Patienten mit COVID-19 aktualisiert.

Erste Empfehlungen zur intensivmedizinischen Therapie von Patienten mit COVID-19 hatten die Fachgesellschaften bereits im März herausgegeben.

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Die neue Version der S1-Leitlinie befasst sich im Schwerpunkt mit der Diagnostik der Erkrankung, der Unter­brin­gung der Patienten, Hygienemaßnahmen sowie geeigneten Maßnahmen bei hoch­gradigem Sauerstoffmangel im Blut, bei einem Kreislaufstillstand und einer damit einhergehenden Herz-Lungen-Wiederbelebung. Gezielt beleuchtet wird darüber hinaus die medikamentöse Therapie sowie Möglichkeiten der Thromboseprophy­laxe.

„Die invasive Beatmung und wiederholte Bauchlagerung sind wichtige Elemente in der Behandlung von COVID-19-Patienten mit schwerem Sauerstoffmangel im Blut. Proze­du­ren, die zur Aerosolbildung führen könnten, sollten – falls nötig – mit äußerster Sorgfalt und Vorbereitung durchgeführt werden“, erklärte der Erstautor der S1-Leitlinie, Stefan Kluge, Direktor der Klinik für Intensivmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppen­dorf.

Darüber hinaus gehen die Leitlinienautoren auch auf die ethischen Gesichtspunkte einer intensivmedizinischen Behandlung ein. Sie erfordere immer Voraussetzungen, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung von DIVI und DGIIN: Der Arzt müsse die medizinische Indi­ka­tion feststellen und die Behandlung müsse dem Patientenwillen entsprechen.

„Alle intensivmedizinisch relevanten Fachgesellschaften haben sich an der neuen Leitli­nie beteiligt und geben Empfehlungen nach dem neuesten Stand der Wissenschaft wei­ter“, betonte Co-Autor Gernot Marx, Direktor der Klinik für Operative Intensivmedizin und Intermediate Care des Aachener Universitätsklinikums.

„Wir raten auch dazu, dass die Behandlungen immer durch ein multidisziplinäres Team erfolgen sollten, zu dem in jedem Fall Intensivmediziner, Pflegekräfte, Infektiologen und Krankenhaushygieniker gehören“. Leitlinien werden in der Regel im Abstand einiger Jahre überarbeitet – abhängig vom Themenkomplex.

Angesichts der „zahleichen neuen wissenschaftlichen Herausforderungen rund um CO­VID-19“ gehen die Intensivmediziner allerdings davon aus, dass die S1-Leitlinie schon in einigen Monaten erneut aktualisiert werden könnte. © nec/aerzteblatt.de

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