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Politik

Spahn für umfassende Aufarbeitung der Coronapolitik

Montag, 22. Juni 2020

/picture alliance, Bernd von Jutrczenka

Berlin – Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) hat sich für eine umfassende Auf­arbeitung der Coronapolitik durch den Bundestag ausgesprochen.

Der Gesundheits­ausschuss sollte zusammen mit ausgewiesenen Experten eine große Aus­wertung erarbeiten, „aus der wir für die nächste vergleichbare Situation lernen könn­en“, sagte Spahn den Zeitungen der Neuen Berliner Redaktionsgesellschaft heute. Die da­bei gewonnenen Erkenntnisse wolle er zügig umsetzen.

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Spahn sagte, die Bundesregierung habe über die Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus immer „auf Grundlage des jeweils aktuellen Wissensstandes“ entschieden: „Wir haben jeden Tag dazugelernt, es gab viel Unbekanntes.“ Trotzdem hätten Entschei­dungen getroffen werden müssen.

„Nicht-Handeln ist in einer Krise keine gute Alternative“, betonte der Minister. Er zeigte aber auch Verständnis dafür, dass manche Bürger fragten: „Warum ändert Ihr dauernd Eure Ansichten?“ Zugleich solle auch gesehen werden, was im Kampf gegen die Corona­krise gut funktioniert habe.

Auf die erzielten Erfolge im Vorgehen gegen die Pandemie „können wir als Gesellschaft und Nation auch stolz sein“. Aus der ganzen Welt kämen Anfragen, „wie wir Deutschen das so gut hinbekommen haben“, sagte der Ge­sund­heits­mi­nis­ter.

Zustimmung für Spahns Vorstoß kommt vom Hartmannbund. Dieser regt an, auch Ärzte zu beteiligen. Es sei „immens wichtig“, dass nicht nur ausgewiesene Experten aus der Wissenschaft an der Evaluation beteiligt sind, sondern auch in der Versorgung tätige Ärzte, mahnt der Vorsitzende des Hartmannbundes, Klaus Reinhardt, der auch Präsident der Bundes­ärzte­kammer (BÄK) ist.

Zusätzlich sollten relevant betroffene gesellschaftliche Gruppen einbezogen werden. Ziel eines Diskussionsprozesses müsse es sein, aus begangenen Fehlern zu lernen und Dinge künftig besser zu machen. „Je offener wir das alle gemeinsam in Angriff nehmen, desto erfolgreicher werden wir dabei sein“, so Reinhardt. Für ihn steht fest, dass das Gesund­heitswesen nicht wie ein normaler Markt funktionieren kann. Es müsse auch in Zeiten relativer Ruhe für Krisen gerüstet sein. © afp/may/aerzteblatt.de

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Avatar #643731
sunriver
am Montag, 22. Juni 2020, 17:27

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