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Ärzteschaft

Was über eine SARS-CoV-2 bei Tuberkulose bekannt ist

Dienstag, 23. Juni 2020

/vfhnb12, stock.adobe.com

Berlin – Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) und das Deutsche Zentralkomitee zur Bekämpfung der Tuberkulose (DZK) haben einen Über­blick über die vorhandene Evidenz zu einer SARS-CoV-2-Infektion und Tuberkulose (TB) zusammengestellt.

Die Welt­gesund­heits­organi­sation WHO schätzt die Zahl der Tuberkulose (TB)-Fälle auf welt­weit mehr als zehn Millionen. Etwa 4.000 Menschen sterben laut der WHO jeden Tag an TB.

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Durchgemachte TB

„Vermutlich ist nach einer erfolgreich behandelten TB ohne resultierende Folgeschäden weder die Wahrscheinlichkeit erhöht, eine SARS-CoV-2-Infektion zu bekommen, noch ei­nen schweren Verlauf zu entwickeln“, erläutert Torsten Bauer, stellvertretender Präsident der DGP und Generalsekretär des DZK.

Sei aber eine Folgeerkrankung der Lunge entstanden, so könnten die Risiken für einen schwereren Verlauf im Fall einer SARS-CoV-2 Infektion erhöht sein, so der Experte. Ein­flussfaktoren wie zusätzliche Erkrankungen oder das Alter spielten für das Risiko eben­falls eine entscheidende Rolle.

Akute TB

In Deutschland gab es im Jahr 2019 5,8 TB-Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohner. „Wir verfügen über gute finanzielle und strukturelle Ressourcen im Gesundheitssystem, um diese Erkrankten zu versorgen. Das sind gute Nachrichten für die Tuberkulosepatien­ten hierzulande“, sagt Michael Pfeifer, Präsident der DGP.

Allerdings gebe es zum Zusammenhang von Tuberkulose und SARS-CoV-2 beziehungs­weise COVID-19 bislang nur wenige wissenschaftliche Daten. „Wir können daher zum jetzigen Zeitpunkt zusätzliche Risiken durch eine TB-Erkrankung für einen schweren COVID-19-Verlauf weder belegen noch ausschließen“, betonte er.

TB-Impfung

In den vergangenen Wochen wurde zudem diskutiert, ob eine TB-Impfung vor einer In­fektion mit SARS-CoV-2 schützen könne. „Zum jetzigen Zeitpunkt ist der Einsatz einer solchen BCG-Impfung außerhalb von Studien nicht gerechtfertigt. In Deutschland wird der Impf­stoff generell nicht empfohlen und ist daher auch nicht verfügbar“, so der DGP-Präsident.

Ein großflächiger Einsatz von BCG mache in Deutschland keinen Sinn und würde zudem zur Verknappung des Impfstoffs beitragen „– das kann gravierende Folgen für die Kin­der­sterblichkeit in Ländern mit höheren Erkrankungszahlen haben“, so Pfeifer. © hil/aerzteblatt.de

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