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Medizin

SARS-CoV-2: Auch junge Säuglinge können Viren ausscheiden

Montag, 22. Juni 2020

/Tobilander, stock.adobe.com

Chicago – Säuglinge erkranken bei einer Infektion mit dem neuen Coronavirus SARS-CoV-2 in der Regel nur leicht, sie scheiden nach einer Studie im Journal of Pediatrics (2020; DOI: 10.1016/j.jpeds.2020.06.047) jedoch größere Virusmengen aus.

Kinder und Säuglinge werden selten auf SARS-CoV-2 getestet, da eine Erkrankung bei ihnen in der Regel asymptomatisch oder milde verläuft. Auch am Ann & Robert H. Lurie Children’s Hospital in Chicago wurden die Infektionen bei 18 unter 90 Tagen alten Säuglingen eher zufällig entdeckt.

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An der Klinik waren auf dem Höhepunkt der Epidemie 181 Säuglinge getestet worden. Der Anlass war nach Angabe der Pädiaterin Leena Mithal häufig die Tatsache, dass es in der Familie weitere Erkrankungen gegeben hatte. Alle Säuglinge waren nur leicht erkrankt: 14 hatten Fieber, 8 husteten, 6 hatten gastrointestinale Symptome (schlechte Ernährung, Erbrechen und Durchfall).

An der Klinik waren auf dem Höhepunkt der Epidemie 181 Säuglinge getestet worden. Der Anlass war nach Angabe der Pädiaterin Leena Mithal häufig die Tatsache, dass es in der Familie weitere Erkrankungen gegeben hatte. Alle Säuglinge waren nur leicht erkrankt: 14 hatten Fieber, 8 husteten, 6 hatten gastrointestinale Symptome (schlechte Ernährung, Erbrechen und Durchfall).

Da diese Symptome bei Säuglingen nicht ungewöhnlich sind, wurden 9 nach Hause entlassen, 9 wurden vorsichtshalber hospitalisiert. Wie Mithal berichtet, benötigte kein Säugling Sauerstoff, und eine intensivmedizinische Behandlung war niemals erforderlich. Die Röntgenaufnahmen des Thorax, die bei 5 Säuglingen durchgeführt wurden, waren alle unauffällig. Bei einem Kind wurde eine bakterielle Harnwegsinfektion gefunden, die mit einem Antibiotikum behandelt wurde.

Die Röntgenaufnahmen des Thorax, die bei 5 Säuglingen durchgeführt wurden, waren alle unauffällig. Bei einem Kind wurde eine bakterielle Harnwegsinfektion gefunden, die mit einem Antibiotikum behandelt wurde.

Die einzige Besonderheit bei den Säuglingen war ein niedriger Ct-Wert in der Polyme­rase-Ketten-Reaktion. Der Ct-Wert ist die Zahl der Vermehrungszyklen, die notwendig sind, um die Virusgene nachzuweisen. Ein niedriger Ct-Wert zeigt eine hohe Viruslast. Die Ct-Werte waren bei den Säuglingen ungewöhnlich niedrig. Bei einem Säugling musste der Testansatz sogar verdünnt werden, um einen Ct-Wert bestimmen zu können.

Bei einem Säugling musste der Testansatz sogar verdünnt werden, um einen Ct-Wert bestimmen zu können. Da ein niedriger Ct-Wert eine hohe Viruslast anzeigt, die wiederum auf eine erhöhte Infektiosität hinweist, könnte von (in der Regel unerkannt) erkrankten Säuglingen ein erhöhtes Infektionsrisiko für andere Personen in ihrer Nähe ausgehen. © rme/aerzteblatt.de

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