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Ärzteschaft

Hausärzte setzten Bluthochdruck­leitlinien sehr gut um

Dienstag, 23. Juni 2020

/Photographee.eu, stockadobecom

Heidelberg – Die Hausärzte in Deutschland setzen aktuelle Leitlinienempfehlungen zum Management von Bluthochdruck gut um. Das berichtet die Deutsche Hochdruckliga (DHL) auf Basis einer Studie im Journal of Education and Health Promotion (DOI: 10.4103/jehp.jehp_426_19).

In Deutschland hat fast jeder dritte Erwachsene zu hohe Blutdruckwerte. Bei den über 60-Jährigen ist im Durchschnitt sogar jeder Zweite betroffen und hat damit ein deutlich erhöhtes Risiko für lebensbedrohliche Herz-Kreislauf- und Gefäßerkrankungen.

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Im Rahmen der Studie wurden 3.200 Allgemeinärzte und Fachärzte für Innere Medizin zur praktischen Umsetzung der zu Beginn der Umfrage gültigen europäischen Empfeh­lungen befragt, die auch in die deutschen Leitlinien Eingang gefunden haben.

Schwerpunkt war die Umsetzung von Maßnahmen zur Änderung des Lebensstils und zum Einsatz blutdrucksenkender Medikamente in verschiedenen Patientengruppen. An der Umfrage nahmen knapp 700 Ärzte in deutschen Hausarztpraxen teil.

„Die Ergebnisse zeigen, dass der von der DHL 2015 auf Basis der ESC/ESH-Leitlinien em­pfohlene Behandlungsalgorithmus in deutschen Hausarztpraxen bis 2018 gut angenom­m­en und etabliert war“, berichtet die Hochdruckliga. Allerdings schätzten die meisten Be­fragten die Wirksamkeit von Lebensstiländerungen bei der Hypertoniebehandlung als niedrig ein.

„Sprechende Medizin wird bei uns in Deutschland nicht adäquat honoriert, dabei ist die Beratung der Patienten gerade im Bereich der Bluthochdrucktherapie von höchster Wich­tigkeit“, erklärte der Vorstandsvorsitzende der DHL, Ulrich Wenzel vom Universitätskli­ni­kum Hamburg-Eppendorf. Nur wenn die Betroffenen regelmäßig vom Arzt erinnert wür­den, wie wichtig eine Lebensstilumstellung sei, und praktische Hilfestellungen erhielten, könne sie gelingen.

„Es ist erfreulich, dass sich die Situation – auch dank der Informations- und Aufklärungs­arbeit der Deutschen Hochdruckliga – verbessert hat und Bluthochdruckpatienten weit­gehend gemäß den geltenden Leitlinien versorgt werden“, lautet dennoch sein Fazit. © hil/aerzteblatt.de

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Kommentare

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Avatar #93878
stapff
am Dienstag, 23. Juni 2020, 18:46

Zurück ins zwanzigste Jahrhundert

Ein papier-basierender Fragebogen, gesponsert und verteilt von einer Pharmafirma, die Selbstauskunft ob man auch wirklich die Leitlinien einhält, und eine Rücklaufquote von 21%, das ist wahrscheinlich das niedrigste Niveau der Evidenz, das man erreichen kann. Im 21. Jahrhundert würde man statistische Planung, Unabhängigkeit, Berücksichtigung von Selektions- und Störfaktoren sowie elektronische Gesundheitsdaten als objektive Datenquelle erwarten. Wie man es heutzutage macht kann hier nachgelesen werden (Zitat " EMR show that actual prescribing behavior for first‐line treatment of essential hypertension reflects treatment guidelines. "):
https://onlinelibrary.wiley.com/doi/pdf/10.1111/jch.13531
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