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Politik

Krankenhausstruktur: Experten wünschen sich klaren politischen Willen

Mittwoch, 24. Juni 2020

/celiafoto, stockadobecom

Berlin – Ein klarer politischer Wille ist die Grundvoraussetzung für einen geordneten Strukturwandel im Krankenhausbereich. Das hat Regina Klakow-Franck, stellvertretende Leiterin des Instituts für Qualität und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTIG), gestern im Rahmen eines Experten-Webtalks der Barmer Landesvertretung Berlin/Brandenburg erklärt.

Dem pflichtete Christoph Straub, Vorstandsvorsitzender der Barmer, mit Nachdruck bei. Eine Strukturbereinigung der Krankenhauslandschaft dürfe nicht allein über dafür un­pas­sende Instrumente wie das Vergütungssystem oder die Qualitätssicherung angegangen werden, sondern auf Basis von normativen Entscheidungen seitens der Politik.

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Ein umfassender Strukturwandel sei auch unter den Eindrücken der Coronakrise nach wie vor angezeigt: Seiner Einschätzung nach habe die Coronakrise eben nicht gezeigt, dass man die aktuellen Strukturen genau so brauche, wie sie vorhanden seien.

Die Hauptlast der stationären Coronaversorgung sei von nur etwa einem Drittel der Kran­kenhäuser geleistet worden – die anderen zwei Drittel hätten wenig oder gar keine Coro­nafälle behandelt. Um die Bürger und Patienten von den notwendigen Änderungen zu überzeugen, müsse man Angebote zu Versorgungskonzepten formulieren, die vor Ort an­schlussfähig seien, so Straub.

Die Kommunikation solcher Konzepte stelle eine „Übersetzungsarbeit“ für alle Akteure des Gesundheitssystems dar, sagte Ferdinand M. Gerlach, Vorsitzender des Sachverstän­digenrates Gesundheit.

Für den Sachverständigenrat sei klar, dass neben Standortum­wand­­lungen – etwa zu Ge­sundheits- und Pflegezentren – Krankenhäuser „aus Gründen der Qualität“ durchaus auch komplett vom Netz genommen werden.

Ursula Nonnemacher (Grüne), Ministerin für Soziales, Gesundheit, Integration und Ver­braucherschutz des Landes Brandenburg, betonte in diesem Zusammenhang, einen „Kahl­schlag“ der Krankenhauslandschaft werde es in Brandenburg nicht geben.

Allerdings bedeute dies keinesfalls, dass alle Standorte zwangsläufig in der jetzigen Form bestehen bleiben werden. Die Regierung in Brandenburg sei gewillt, den schwierigen Weg der Strukturanpassungen zu gehen und werde dabei auf die Umwandlung von sta­tionären Versorgungsangeboten in innovative und vernetzte Konzepte setzen. © aha/aerzteblatt.de

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