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Politik

Private Kran­ken­ver­siche­rung betont Rolle bei Bewältigung der Coronakrise

Mittwoch, 24. Juni 2020

/dpa

Berlin – Die Private Kran­ken­ver­siche­rung (PKV) leistet über ihre dauerhaften strukturell­en Impulse hin­aus beträchtliche zusätzliche Beiträge in der Coronakrise. Das betonte heute Ralf Kantak, Vorsitzender des PKV-Verbandes, im Rahmen einer Onlinepressekonfe­renz. Insgesamt trügen die PKV-Unternehmen und die Beihilfe eine Milliarde Euro zur me­­dizi­nischen Bewältigung der Coronapandemie bei.

Bezüglich der auch von Teilen der Ärzteschaft geäußerten Vorwürfen, die PKV beteilige sich finanziell nur ungenügend an den Folgen der Coronapandemie für den Gesundheits­bereich, verwies Kantak auf laufende „intensive Gespräche“. Man befinde sich zu mögli­chen weitergehenden Maßnahmen in einem „datenbasierten Austausch“ mit den Verbän­den.

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Allerdings leiste man bereits umfassende Unterstützung: In der ambulanten Versorgung unterstütze man Ärzte und Zahnärzte aktuell mit einem zusätzlichen Betrag von insge­samt deutlich über 300 Millionen Euro allein für Hygienemaßnahmen – jeden Monat kä­men Kosten von etwa 100 Millionen Euro hinzu. Zudem sei man in vollem Umfang an allen krisenbedingten Zusatzentgelten für die Krankenhäuser sowie den Schutzschirmen für die Pflegeeinrichtungen beteiligt.

Wie Kantak erläuterte, würden sich die aktuellen aber noch vorläufigen Zahlen zu den Leistungsausgaben der PKV in etwa stabil auf Vorjahresniveau bewegen. Ersparnisse zie­he man also aus der Coronapandemie nicht. Allerdings hätten sich die Schwerpunkte der Leistungsausgaben teilweise deutlich verlagert – beispielsweise in Richtung Krankenta­ge­geld.

Dies, obwohl ein bedeutender Ausgabeposten der PKV, führe natürlich nicht zu Umsätzen bei den Ärzten. Ein vollständiger Ausgleich von Verdienstausfällen aufgrund eines Infekti­onsgeschehens falle aber nicht in den Verantwortungsbereich der Krankenversich­erungs­unternehmen.

Viele Voraussetzungen für die im internationalen Vergleich sehr gute Bewältigung der Coronapandemie in Deutschland würden unmittelbar von Leistungen der PKV abhängen. So habe einer der wesentlichen Gründe, warum die Ausbreitung des Virus so rasch ge­bremst werden konnte, in der Leistungsfähigkeit der medizinischen Labore gelegen.

Die moderne Ausstattung dieser Labore werde überproportional durch die Finanzmittel aus dem PKV-Mehrumsatz ermöglicht. Ähnliches gelte auch für Arztpraxen und Kranken­häuser.

Kantak verwies auf einen aus Sicht der PKV weiteren wichtigen Aspekt: Die Bundesregie­rung wolle im Rahmen ihres Konjunkturpakets die gesetzliche Kranken- (GKV) und Pflegever­si­ch­erung (SPV) mit Milliardenzuschüssen aus der Staatskasse entlasten.

Man sei sich mit der GKV einig, dass versicherungsfremde Leistungen mit Steuermitteln finanziert werden müssten. Pauschale Zuschüsse ohne direkten Bezug zu versicherungs­fremden Leistungen lehne man aber ab.

Mit den jetzt geplanten Zahlungen würden allein in diesem Jahr fast 20 Milliarden Euro aus dem Steuertopf an GKV und SPV fließen – eine „bedenkliche Entwicklung“. Rutsche die GKV/SPV in eine Abhängigkeit von Steuerzuschüssen, drohe Gesundheit nach Kassen­lage.

Zudem würden erhöhte Bundeszuschüsse den Preiswettbewerb zwischen GKV und PKV verzerren, wenn sie nicht durch konkrete versicherungsfremde Aufwendungen gerechtfer­tigt seien, so Kantak. © aha/aerzteblatt.de

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