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Politik

Ge­sund­heits­mi­nis­ter: Wohl keine einheitliche Quarantäneregelung

Mittwoch, 24. Juni 2020

/rcfotostock, stock.adobe.com

Kiel/Berlin – Nach einer Telefonkonferenz der Ge­sund­heits­mi­nis­ter zeichnet sich nach An­gaben des Ressorts in Schleswig-Holstein zunächst keine bundesweite Quarantäne­re­gelung nach den massenhaften Neuinfektionen von SARS-CoV-2 im Kreis Gütersloh ab.

Das Bundesland will Reisende aus Coronahotspots künftig in eine zweiwöchige Quarantä­ne schicken. Auch andere Bundesländer hielten Regelungen wie im Norden für notwen­dig, sagte ein Sprecher des Ge­sund­heits­mi­nis­teriums in Kiel. Als Coronahotspot gelten für das Bundesland Gebiete mit mehr als 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen.

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Reisende aus diesen Hotspots müssen unverzüglich nach der Einreise nach Schleswig-Holstein in ihre Wohnung oder in eine andere geeignete Unterkunft, um sich dort 14 Tage lang zu isolieren. Auch andere Bundesländer und Österreich wollen Bürger aus Corona­risikogebieten nur noch unter strengen Auflagen einreisen lassen.

Ebenso wie bei Einreisen aus Risikogebieten im Ausland müsse die Quarantäne nicht an­getreten werden, sofern ein aktueller negativer Test vorliegt, erläuterte der Kieler Minis­te­riumssprecher.

Bürger im Kreis Gütersloh, die keine Coronasymptome haben, können sich ab sofort auch bei ihrem Hausarzt auf das Virus testen lassen, wie eine Vereinbarung vorsieht, die die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) auf den Weg gebracht hat.

Bisher musste man ohne Symptome ein Diagnosezentrum ansteuern. Das erste hatte die KVWL am Carl-Miele-Berufskolleg in Gütersloh heute in Betrieb genommen. Dort könne man ohne Anmeldung Abstriche machen, es sei aber mit Wartezeiten zu rechnen, hieß es.

Nach dem massiven SARS-CoV-2-Ausbruch in einem Fleischbetrieb von Tönnies ist das öffentliche Leben in zwei Landkreisen von Nordrhein-Westfalen wieder einge­schränkt. Um Mitternacht traten im Landkreis Gütersloh und im Nachbarkreis Warendorf erneut strenge Auflagen in Kraft.

Im öffentlichen Raum dürfen nun nur noch zwei Menschen oder Menschen aus einem Fa­milien- oder Haushaltsverbund zusammentreffen, wie die Landesregierung gestern mit­ge­­teilt hatte. Zudem sollen eine Reihe von Freizeitaktivitäten unterbleiben.

So müssen den Angaben zufolge zum Beispiel Museen, Kinos, Fitnessstudios, Hallen­schwimmbäder und Bars vorübergehend geschlossen werden. Die Vorschriften für die neuen Einschränkungen gelten zunächst für eine Woche bis zum 30. Juni.

Mit Blick auf die hohen Infektionszahlen appellierte Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) an die Bürger, die neu verordneten Einschränkungen zu akzeptieren. „Wir sehen ja, wenn man es diesem Virus zu leicht macht, dann breitet es sich auch ganz, ganz schnell wieder aus“, sagte er im ARD-Morgenmagazin.

Er verstehe „sehr gut, dass es Ent­täuschungen, Sorgen, ja auch Wut gibt (...), weil es jetzt eben wieder Beschränkungen gibt“, sagte Spahn. Es sei wichtig deutlich zu machen, dass dies zum Schutz von Allen ist. Auch wenn die Infektionszahlen nun über viele Wochen niedrig waren, sei das Virus noch da. Die Aufforderung, etwa auf unnötige Reisen von und nach Warendorf oder Gütersloh zu verzichten, sei richtig.

Die Vergangenheit habe gezeigt, wie schnell aus einem lokalen Geschehen ein bundes­weites Problem werden könne. „Deswegen sind das jetzt harte ein bis zwei Wochen für die Bevölkerung in den Regionen, aber es ist eben wichtig, jetzt auch entschlossen und entschieden dieses Geschehen einzudämmen.“ © dpa/aerzteblatt.de

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