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Medizin

Protein macht Erreger von Hirnhautentzündungen besonders widerstandsfähig

Donnerstag, 9. Juli 2020

Meningokokken (orange) haben sich an menschliche Wirtszellen (grün) angeheftet. Rasterelektronenmikroskopische Aufnahme in Falschfarbendarstellung. /Alexandra Schubert-Unkmeir, Universität Würzburg

Würzburg – Ein Protein namens ProQ sorgt dafür, dass Meningokokken Schäden an ihrer Erbsubstanz DNA besser reparieren können. Zugleich macht das Protein die Bakterien widerstandsfähiger gegen oxidativen Stress.

„Beides trägt wesentlich zu den krankmachenden Eigenschaften der Bakterien bei“, berichten Wissenschaftler der Julius-Maximilians-Universität (JMU) Würzburg im Fachjournal Nature Communications (DOI: 10.1038/s41467-020-16650-6).

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ProQ ist ein kleines Protein – es besteht aus nur rund 120 Aminosäuren – und gehört zur Gruppe der sogenannten RNA-Bindeproteine. RNA-Moleküle spielen als Regulatoren in vielen biologischen Prozessen bekanntlich eine entscheidende Rolle. Ihre Funktionen üben sie oft im Verbund mit den Bindeproteinen aus.

„In Meningokokken geht ProQ mit fast 200 verschiedenen RNA-Molekülen Wechsel­wirkungen ein“, berichtet Jörg Vogel. Es binde dabei an stark strukturierte Regionen der RNA und stabilisiere so seine Bindepartner, so der Direktor des Würzburger Helmholtz-Instituts für RNA-basierte Infektionsforschung (HIRI) und Leiter des JMU-Instituts für Molekulare Infektionsbiologie.

„Wir waren überrascht davon, dass ein vergleichsweise kleines Protein solch einen großen Einfluss auf die bakterielle Genregulation haben kann“, sagt Christoph Schoen, Professor am Institut für Hygiene und Mikrobiologie der JMU.

Für die Bindeproteine interessieren sich die Würzburger Forscher, weil sie neue Angriffspunkte für antibakterielle Wirkstoffe finden möchten. „Wir hoffen, die Bindeproteine mit relativ einfach gebauten Wirkstoffen in ihrer Funktion stören zu können und damit die Krankheitserreger zu schwächen“, so Vogel.

„Unser Ziel ist es, den gesamten Bestand an RNA-Bindeproteinen in Meningokokken mit etablierten Hochdurchsatzverfahren systematisch zu identifizieren“, erläutert Schoen. © hil/aerzteblatt.de

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