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Ärzteschaft

Neue S3-Leitlinie zum follikulären Lymphom

Mittwoch, 24. Juni 2020

/tashatuvango, stock.adobe.com

Berlin – Im Rahmen des Leitlinienprogramms Onkologie ist eine neue S3-Leitlinie zum follikulären Lymphom (FL) erschienen. 64 Experten von 21 Fachgesellschaften und Orga­nisationen haben daran mitgearbeitet, die Federführung lag bei der Deutschen Gesell­schaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO).

Das FL ist klinisch sehr heterogen. Die neue Leitlinie soll die Versorgung optimieren und bei der Ersterkrankung und bei einem Rückfall ein qualitätsgesichertes Therapiekonzept gewährleisten. Die neuen Leitlinienempfehlungen sehen für das frühe Erkrankungssta­di­um eine Bestrahlung in Kombination mit einer Systemtherapie vor.

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„Bei einer begrenzten Strahlentherapie können Rezidive außerhalb des Bestrahlungsge­bie­tes auftreten. Aus diesem Grund kann eine zusätzliche Behandlung mit einer Immun­therapie in Form einer begleitenden Antikörperbehandlung angebracht sein“, erläuterte der Koordinator der Leitlinie, Wolfgang Hiddemann vom Klinikum der Universität Mün­chen.

In einem fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung sei es Behandlungsziel, krankheits­be­dingte Symptome zu lindern und das progressionsfreie Überleben und das Gesamt­über­leben zu verlängern. Die Wahl der Therapie hänge dafür stark von der Symptomatik, dem klinischen Verlauf und der Tumorlast ab. „Bei symptomfreien Patienten in fortgeschritte­nen Stadien soll ein Watch-and-Wait-Ansatz verfolgt werden, also ein abwartendes Be­obachten“, so Hiddemann.

Patienten mit hoher Tumorlast, die unter Symptomen leiden, sollen laut den Leitlinien­autoren dagegen mit einer Kombination aus Chemo- und Antikörpertherapie behandelt werden, sofern sie keine Behandlungseinschränkungen haben.

Laut dem Robert-Koch-Institut erkranken in Deutschland jährlich 3.100 Patienten an einem follikulären Lymphom. Frauen erkranken etwas häufiger als Männer, das Durch­schnitts­erkrankungsalter liegt bei 66 Jahren.

Die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF), die Deutsche Krebsgesellschaft und die Deutsche Krebshilfe tragen das Leit­linien­programm Onkologie. Es umfasst mittlerweile 26 S3-Leitlinien. © hil/aerzteblatt.de

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