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Müttergenesungswerk: Mütter und Kinder kränker als angenommen

Mittwoch, 24. Juni 2020

/fesenko, stockadobecom

Berlin – Der Gesundheitszustand von Müttern, Vätern und Kindern, die in Deutschland eine Kur antreten, ist schlechter als zuvor angenommen. Das zeigen die Zahlen des heute in Berlin veröffentlichten Datenreports des Müttergenesungswerks (MGW) für das Jahr 2019.

Demnach kommen mehr als 90 Prozent der Mütter und Väter mit einer Bewilligung zur Vorsorge in eine Klinik. Bei der Eingangsuntersuchung stellen Ärzte jedoch fest, dass mehr als 20 Prozent dieser Patienten bereits Rehafälle mit bestehenden Krankheiten sind.

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„Wenn wir uns vor Augen führen, dass diese Zahlen vor der Coronapandemie erhoben wurden, erwarten wir eine Verschärfung durch die monatelange Doppelbelastung von Arbeit und Homeschooling in vielen Familien“, sagte die Kuratoriumsvorsitzende des Müttergenesungswerks, Svenja Stadler.

Aktuell seien 51 von 73 durch das Werk zertifizierte Kliniken mit Hygienemaßnahmen und geringerer Belegung wieder geöffnet. Es bedürfe dringend einer gesetzlichen Rege­lung für coronabedingte Mehrausgaben, etwa für Schutzmaterialien, Reinigung oder er­höhte Personalkosten, forderte Stadler.

Auch bei Kindern sei eine Krankheitssituation vor Kur-Antritt vielfach nicht erkannt, kri­tisierte das Müttergenesungswerk weiter. Zwei Drittel der Kinder seien nach der ärztli­chen Eingangsuntersuchung in den Kliniken als behandlungsbedürftig einzustufen, aber nur ein Drittel habe zuvor eine entsprechende Bewilligung der Krankenkasse bekommen.

Die meisten erkannten Gesundheitsstörungen bei erwachsenen Kurbedürftigen fallen den Angaben zufolge in den Bereich psychischer Gesundheitsstörungen. Dazu zählen zum Beispiel Erschöpfungs- und Angstzustände oder Schlafstörungen. Sie werden bei vier von fünf Erwachsenen diagnostiziert. Bei den Kindern machen psychische Störungen wie Verhaltensauffälligkeiten mit 39 Prozent und Atemwegserkrankungen mit 34 Prozent den Großteil aus.

Laut Datenreport waren im vergangenen Jahr 47.000 Mütter in Mutter-Kind-Kuren oder Mütter-Kuren und 2.100 Väter nahmen an einer spezifischen Vater-Kind-Kur teil. Rund 70.000 Kinder begleiteten ein Elternteil in die Kur. Kurbedürftig seien in Deutschland indes 2,1 Millionen Mütter und 230.000 Väter, hieß es. © hil/aerzteblatt.de

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