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Mehr Kinder bekommen sonderpädagogische Förderung

Donnerstag, 25. Juni 2020

/contrastwerkstatt, stock.adobe.com

Gütersloh – In Deutschland erhalten immer mehr Kinder und Jugendliche eine sonder­pä­dagogische Förderung. Im Schuljahr 2018/19 hatten 544.640 Schüler einen bestätigten Förderbedarf, wie die Bertelsmann-Stiftung heute in Gütersloh erklärte. Das waren 7,4 Prozent aller Schüler. Zehn Jahre zuvor waren es noch 5,9 Prozent.

Einerseits seien die Lehrer kompetenter, was Diagnosen angeht, und wirken Förderbedar­fe nicht mehr so stigmatisierend, begründete die Stiftung den Anstieg. Andererseits be­kämen die Schulen in vielen Bundesländern mehr Lehrer zugewiesen, wenn sie Schüler mit Förderbedarfen unterrichteten. Das könnte zu mehr Diagnosen verleiten – allerdings zugunsten der Mädchen und Jungen.

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Für ihre Studie ließ die Stiftung Daten der Kultusministerkonferenz auswerten und Eltern befragen. Beinahe alle der gut 4.000 Mütter und Väter (94 Prozent) sprachen sich dafür aus, dass Kinder mit und ohne körperliche Behinderung gemeinsam lernen. Bei geistiger Behinderung stimmte jedoch nicht einmal die Hälfte (48 Prozent) zu.

Der Studie zufolge ist der Inklusionsanteil in zehn Jahren stark angestiegen: Fast jeder zweite Schüler mit Förderbedarf (43,1 Prozent) besuchte 2018/19 eine allgemeine Schu­le. Im Schuljahr 2008/09 war es nicht einmal jeder Fünfte (18,8 Prozent). Der Rest geht auf spezielle Förderschulen.

Dennoch erklärte die Bertelsmann-Stiftung: „Der Ausbau der Inklusion an deutschen Schulen kommt vielerorts nicht voran.“Bezogen auf alle Kinder an allen Schularten habe sich der Anteil der Kinder an Förderschulen in den vergangenen zehn Jahren kaum ver­ändert.

Die Stiftung sprach von einer „Exklusionsquote“, die 2018/19 bei 4,2 Prozent lag. „Schüler mit Förderbedarf lernen tendenziell besser in inklusiven Klassen, als dies in Förderschu­len der Fall ist“, schreiben die Forscher.

Mädchen und Jungen, die eine Förderung brauchen, besuchen dem Bericht zufolge eher eine Gesamtschule als ein Gymnasium. Nur 6,9 Prozent dieser Jugendlichen zwischen der fünften und zehnten Klasse waren 2018/19 Gymnasiasten. 42,6 Prozent waren Gesamt­schüler und 16,5 Prozent Hauptschüler. 20,4 Prozent besuchten eine Schule mit mehreren Bildungswegen. © kna/aerzteblatt.de

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