NewsMedizinWachstumsfaktor für Blutgefäße schützt metastasierende Tumorzellen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Wachstumsfaktor für Blutgefäße schützt metastasierende Tumorzellen

Montag, 13. Juli 2020

/Superrider, stock.adobe.com

Heidelberg – Einen neuen Angriffspunkt für die Therapie von Melanomen, deren Zellen den Wachstumsfaktor Angiopoietin-2 bilden, haben Wissenschaftler vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) und der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg beschrieben. Ihre Arbeit ist im Fachmagazin Cancer Research erschienen (DOI: 10.1158/0008-5472.CAN-19-2660).

Melanome zählen zu den Tumoren, die bereits in einem besonders frühen Stadium Metastasen bilden. Zudem sind Metastasen die häufigste Todesursache beim schwarzen Hautkrebs.

Die Wissenschaftler um Hellmut Augustin und Moritz Felcht haben sich auf das Protein Angiopoietin-2 (Angpt2) als neuen möglichen Angriffspunkt für die Therapie konzen­triert. Angpt2 war den Wissenschaftlern bislang als ein Faktor bekannt, der die Bildung von Blutgefäßen steuert. Er wird – soweit war bekannt – von Endothelzellen produziert, also von den Zellen, die das Innere der Blutgefäße auskleiden. Es gab zwar vereinzelte Berichte, dass auch Tumorzellen Angpt2 produzieren.

Wie häufig dies jedoch vorkommt und welche Konsequenzen dies hat, wurde laut den Wissenschaftlern bislang nicht systematisch untersucht. In der aktuellen Studie sind die Wissenschaftler daher der Frage nachgegangen, welche Rolle von Tumorzellen produ­ziertes Angpt2 spielt.

Untersuchungen an Tumorproben von Patienten ergaben, dass die Produktion von Angpt2 in Krebszellen insbesondere in denjenigen Melanomen nachweisbar ist, die Metastasen bilden. Untersuchungen an Mäusen zeigten dann, dass Angpt2 in diesen Tumoren wider Erwarten nicht die Neubildung von Gefäßen anregt.

„Wenn wir bei Mäusen Angpt2 in den Tumorzellen ausschalten, beobachten wir keine Veränderung in den Blutgefäßen, sondern sehen vielmehr, dass mehr Krebszellen absterben“, erläutert der Erstautor Ashik Ahmed Abdul Pari.

Gleichzeitig finden die Wissenschaftler in diesen Tieren weniger Metastasen. Der Grund: Ohne Angpt2 zeigten die Tumorzellen eine erhöhte Empfindlichkeit auf Zellstress und starben. Möglicherweise sei damit ein therapeutischer Angriffspunkt ausgemacht, um Patienten zu behandeln, bei der von den Tumorzellen produziertes Angpt2 deutlich erhöht ist.

„Unsere Beobachtungen haben wir zunächst erst einmal bei Mäusen gemacht, aber es erscheint plausibel, dass die Situation bei Melanompatienten vergleichbar ist. Weitere Untersuchungen müssen dies aber noch belegen“, betont der Studienleiter Moritz Felcht. © hil/aerzteblatt.de

Liebe Leserinnen und Leser,

diesen Artikel können Sie mit dem kostenfreien „Mein-DÄ-Zugang“ lesen.

Sind Sie schon registriert, geben Sie einfach Ihre Zugangsdaten ein.

Oder registrieren Sie sich kostenfrei, um exklusiv diesen Beitrag aufzurufen.

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort


Mit der Registrierung in „Mein-DÄ“ profitieren Sie von folgenden Vorteilen:

Newsletter
Kostenfreie Newsletter mit täglichen Nachrichten aus Medizin und Politik oder aus bestimmten Fachgebieten
cme
Nehmen Sie an der zertifizierten Fortbildung teil
Merkfunktion
Erstellen Sie Merklisten mit Nachrichten, Artikeln und Videos
Kommentarfunktion und Foren
Kommentieren Sie Nachrichten, Artikel und Videos, nehmen Sie an Diskussionen in den Foren teil
Job-Mail
Erhalten Sie zu Ihrer Ärztestellen-Suche passende Jobs per E-Mail.

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #746048
Prof Naujokat
am Dienstag, 14. Juli 2020, 13:54

Seit 7 Jahren schon bekannt...

z. B.: B Wang et al., Mol Biol Rep 40: 1463, 2013
LNS

Nachrichten zum Thema

6. August 2020
Frankfurt – Der Umsatz mit antineoplastischen Arzneimitteln ist in Deutschland im Fünf-Jahres-Zeitraum von 2015 bis Ende 2019 um 84 Prozent gestiegen. Das geht aus einer neuen Analyse des
Umsatz bei Antikrebsmitteln in fünf Jahren um 84 Prozent gestiegen
5. August 2020
Köln – Der Tyrosinkinase-Inhibitor Brigatinib kann einen Vorteil für Patienten mit anaplastischer-Lymphomkinase(ALK)-positivem, fortgeschrittenem, nicht kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC) bieten,
Bestimmte Patienten mit Lungenkrebs können von Brigatinib profitieren
5. August 2020
Berlin – CAR-T-Zellen sind mittlerweile an 26 Zentren in Deutschland verfügbar. Mehr als 300 Patienten wurden damit behandelt. Das berichtet die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische
CAR-T-Zell-Therapie an 26 Zentren in Deutschland verfügbar
4. August 2020
Köln – Männer mit nicht metastasiertem kastrationsresistentem Prostatakarzinom (nmCRPC) profitieren von einer ergänzenden Behandlung mit dem Wirkstoff Darolutamid. Zu diesem Ergebnis kommt das
Patienten mit Prostatakarzinom profitieren von Therapie mit Darolutamid
21. Juli 2020
Düsseldorf/Hamburg – Zwischen 2003 und 2019 hat sich nach Auswertungen der AOK Rheinland/Hamburg die Zahl der Krankschreibungen aufgrund von Hautkrebs mehr als verdoppelt. Das geht aus einer neuen
AOK-Zahlen dokumentieren Anstieg der Hautkrebsfälle
17. Juli 2020
Hongkong – Die häufig zur Behandlung von arterieller Hypertonie, chronischer Herzinsuffizienz und bestimmten Formen der Niereninsuffizienz eingesetzten ACE-Hemmer/Sartane haben in einer landesweiten
Studie: Schützen ACE-Hemmer/Sartane vor Darmkrebs?
16. Juli 2020
Berlin – Die Kryokonservierung von Ei- und Samenzellen sowie die dazugehörigen medizinischen Maßnahmen werden künftig unter bestimmten Voraussetzungen von der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung bezahlt.
LNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER