NewsAuslandUNO rechnet mit Zunahme des weltweiten Drogenkonsums
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ausland

UNO rechnet mit Zunahme des weltweiten Drogenkonsums

Donnerstag, 25. Juni 2020

/Pavel Chernobrivets, stockadobecom

Wien – Die Vereinten Nationen (UNO) rechnen wegen der Coronakrise mit einer Zunahme des weltweiten Drogenkonsums. Von steigenden Arbeitslosenzahlen bis hin zu Einsparun­gen bei Präventionsprogrammen und weniger Drogenrazzien nannte das UN-Büro für Dro­gen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) in seinem heute in Wien veröffentlichten Weltdrogenbericht 2020 eine Vielzahl von Gründen für seine Prognose.

„Die COVID-19-Krise und der wirtschaftliche Abschwung drohen, die Drogengefahren noch weiter zunehmen zu lassen“, warnte UNODC-Chefin Ghada Waly. Schließlich habe die Pandemie die Gesundheits- und Sozialsysteme „an den Rand“ ihrer Belastbar­keit ge­bracht. Alle Regierungen müssten daher nun „größere Solidarität zeigen und Un­ter­stüt­zung leisten, insbesondere Entwicklungsländern, um illegalen Drogenhandel zu bekäm­pfen“.

Anzeige

In dem UNODC-Bericht wird gewarnt, dass Regierungen ihre Budgets für die Drogenbe­kämpfung wegen der wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise kürzen könnten. Außerdem würden sie womöglich der Drogenfahndung und der internationalen Zusammenarbeit auf diesem Gebiet weniger Bedeutung beimessen und damit den Drogenhandel erleichtern.

Gleichzeitig droht dem Bericht zufolge wegen der Coronakrise die Zahl potenzieller Dro­genkonsumenten und Drogenhändler zu steigen. Arbeits- und Perspektivlosigkeit erhöh­ten die Wahrscheinlichkeit, dass „arme und benachteiligte Menschen (...) sich illegalen Aktivitäten in Verbindung mit Drogen zuzuwenden – entweder der Produktion oder dem Transport“.

Der Trend dürfte den UN-Experten zufolge wegen der Krise zu billigen Drogen gehen, die gespritzt werden. Diese Form der Einnahme birgt noch mehr Risiken als die Einnahme von Drogen etwa in Tablettenform, unter anderem weil sich Konsumenten durch verun­rei­nigte Spritzen mit Krankheiten wie Aids anstecken können.

Zur Zeit sind dem Bericht zufolge wegen der Wiedereinführung von Grenzkontrollen und anderer Coronabeschränkungen weniger Drogen im Umlauf. Dies führe dazu, dass Drogen teurer und mit einem geringeren Reinheitsgrad verkauft würden. Die Coronakrise führe möglicherweise zu einer Zunahme des Drogenhandels im anonymen Darknet und via Postversand.

Die UNODC hebt in ihrem Bericht hervor, dass der weltweite Drogenkonsum in letzter Zeit bereits zugenommen habe – insbesondere in Entwicklungsländern. So wachse etwa der Markt für Metamphetamine in Afghanistan und im Irak. Die globale Kokainproduktion habe ein neues Allzeithoch erreicht.

Die am stärksten verbreitete Droge ist dem Bericht zufolge Cannabis. 2018 wurde sie dem­nach von 192 Millionen Menschen weltweit konsumiert. Die Drogen, die den größten Schaden anrichten, sind weiterhin Opioide wie Heroin oder Fentanyl. Sie werden laut UNODC von 58 Millionen Menschen weltweit konsumiert. © afp/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

12. Juni 2020
Berlin – Durch die geplant Mehrwertsteuerabsenkung der Bundesregierung spart die gesetzliche Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) Millionen. Ärger gibt es aber nach wie vor um Alkohol und Tabak. Die Senkung der
Mehrwertsteuersenkung: Einsparung für Kassen, Ärger um Alkohol
29. Mai 2020
Berlin – Jugendliche sollen erstmals mit einer Kampagne in den sozialen Medien über die gesundheitlichen Risiken des Marihuanakonsums aufgeklärt werden. Die Bundesdrogenbeauftragte Daniela Ludwig
Cannabisaufklärung für Jugendliche gestartet
28. April 2020
Berlin – Die Bundes­ärzte­kammer (BÄK) hat eine FAQ-Liste zur Durchführung der substitutionsgestützten Behandlung Opioidabhängiger auf Basis der Betäubungs­mittel­verschreibungs­verordnung (BtMVV) und der
BÄK informiert über Substitutionstherapie opioidabhängiger Menschen
21. April 2020
Bernau/Karlsruhe − Ein Richter aus Bernau lässt das Cannabisverbot in Deutschland vom Bundesverfassungsgericht prüfen. Jugendrichter Andreas Müller hat eine entsprechende Vorlage nach Karlsruhe
Richter lässt Cannabisverbot in Karlsruhe prüfen
31. März 2020
Berlin − Trotz massiver Probleme wegen der Coronakrise will die Bundesregierung die therapeutische Behandlung suchtkranker Menschen aufrecht erhalten. In den vergangenen Tagen habe „zumindest
Therapien für suchtkranke Menschen sollen trotz Coronakrise weitergehen
24. März 2020
Berlin − Die Zahl der Drogentoten in Deutschland ist im vergangenen Jahr gestiegen. 2019 starben insgesamt 1.398 Menschen durch illegalen Rauschgiftkonsum, wie die Bundesdrogenbeauftragte
Mehr Drogentote in Deutschland in vergangenem Jahr
12. Februar 2020
Berlin – Die SPD-Bundestagsfraktion fordert eine Abkehr von der Cannabis-Verbotspolitik. In einem gestern beschlossenen Positionspapier spricht sich die Regierungspartei dafür aus, den Besitz kleiner
LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER