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Ausland

Unicef befürchtet Verschlimmerung der Lage im Jemen

Freitag, 26. Juni 2020

/picture alliance, Hani Al-Ansi

Dubai – Das UN-Kinderhilfswerk Unicef befürchtet angesichts einer massiven Finanzie­rungs­lücke wegen der Coronapandemie weiteres Elend im Jemen.

Die Zahl der unterernährten Kinder in dem Bürgerkriegsland könnte sich in den kom­menden sechs Monaten um 20 Prozent auf 2,4 Millionen erhöhen, hieß es in einem heute veröffent­lichten Unicef-Bericht.

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Demnach droht außerdem 6.600 Kindern unter fünf Jahren in den kommenden sechs Monaten ein vermeidbarer Tod.

Weitere 30.000 Kinder sind dem Bericht zufolge von lebensgefährlichem Hunger bedroht. Die Experten des Kinderhilfswerks stützen sich auf Schätzungen der renom­mierten Bloomberg School of Public Health der Johns-Hopkins-Universität in den USA.

„Wenn wir nicht dringend benötigte Finanzmittel erhalten, werden Kinder an den Rand des Hungertods gestoßen, und viele werden sterben“, erklärte die Unicef-Beauftragte für den Jemen, Sara Beysolow Nyanti. Sie fügte hinzu, dass es sich beim Bürgerkrieg im Jemen auch schon ohne die Coronapandemie um die größte humanitäre Krise der Welt gehandelt habe.

Unicef warb um insgesamt 461 Millionen Dollar (410 Millionen Euro) Spenden für humanitäre Hilfe im Jemen in diesem Jahr. Zusätzlich 53 Millionen Dollar seien nötig, um auf die Coronakrise in dem Land zu reagieren. Bislang seien erst knapp 40 Prozent der nötigen Spenden für die humanitäre Hilfe und nur zehn Prozent der Spenden für die Coronahilfe eingegangen, hieß es in dem Bericht.

Nach offiziellen Angaben wurden im Jemen bislang mehr als tausend Infektionsfälle mit dem neuartigen Coronavirus verzeichnet, 275 Menschen starben. Experten gehen allerdings von einer weitaus höheren Dunkelziffer aus. Hinzu kommt die schlechte Ausstattung vieler Kliniken und die Schwäche des Gesundheitssystems.

Seit Beginn des Bürgerkriegs im Jemen vor fünf Jahren starben bereits zehntausende Menschen, die meisten davon Zivilisten. Nach UN-Angaben sind rund 24 Millionen Jemeniten – mehr als zwei Drittel der Bevölkerung – auf humanitäre Hilfe angewiesen. © afp/aerzteblatt.de

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