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Ärzteschaft

Kammer Rheinland-Pfalz fordert ärztlichen Tarifvertrag für den ÖGD

Freitag, 26. Juni 2020

/MQ-Illustrations, stock.adobe.com

Mainz – Die Lan­des­ärz­te­kam­mer Rheinland-Pfalz hat eine bessere Unterstützung des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (ÖGD) angemahnt. Kammerpräsident Günther Matheis kritisierte, dass jahrelange Sparzwänge, schlechte Bezahlung und daraus resultierende Nachwuchssorgen den ÖGD in die Knie gezwungen hätten. Er hält deshalb eine Angleichung der Gehälter der ÖGD-Ärzte an die der Klinikärzte für unverzichtbar.

Die Zahl der Ärzte in den Gesundheitsämtern ist in den vergangenen 20 Jahren bundesweit um rund ein Drittel auf etwa 2.500 Ärzte zurückgegangen. In Rheinland-Pfalz sieht es ähnlich aus: So waren im Jahr 2000 noch 55 Ärzte im Öffentlichen Gesundheitswesen des Landes tätig, im vergangenen Jahr waren es nur noch 52.

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Der Blick in die Altersstruktur zeige zudem überdeutlich, dass auch der Nachwuchs ausbleibt. Im Jahr 2000 waren 32 der 55 ÖGD-Ärzte jünger als 50 Jahre, im vergangenen Jahr sank diese Zahl auf zehn. Das entspricht einem Rückgang von rund 70 Prozent.

Für Matheis keine Überraschung: „Nachwuchsgewinnung im ÖGD ist schwierig, wenn die Gehälter der Kollegen dort um rund 1.000 Euro brutto im Monat niedriger liegen als in der Klinik“, kritisierte er.

Der Kammerpräsident lobte zwar, dass der rheinland-pfälzische Ministerrat die wichtige und zentrale Rolle des ÖGD für den gesundheitlichen Schutz der Menschen vor allem während der Coronapandemie unterstrichen habe, forderte jedoch, dass den Worten auch Taten folgen müssten. Allein durch die neue ÖGD-Vorabquote bei der Vergabe der Medizin­studienplätze sei das Problem nicht in den Griff zu bekommen.

Matheis kritisierte zudem, dass die kommunalen Arbeitgeber den ÖGD-Ärzten einen eigenen Tarifvertrag verweigern und damit den im Konjunkturpaket der Bundesregierung beschlossenen „Pakt für den öffentlichen Gesundheitsdienst“ konterkarieren würden.

Die „einzige verlässliche und dauerhaft wirksame Strategie zur Gewinnung ärztlichen Personals in den Gesundheitsämtern ist ein arztspezifischer Tarifvertrag wie er in Krankenhäusern, im Medizinischen Dienst der Krankenkassen und anderen Bereichen des Gesundheitswesens längst gang und gäbe ist“, so der Kammerchef. © hil/aerzteblatt.de

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