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Ausland

Gedenken an Coronaopfer bei Zeremonie in Bergamo

Montag, 29. Juni 2020

/dpa

Rom – Italien hat der tausenden Todesopfer des Coronavirus SARS-CoV-2 in der Provinz Bergamo gedacht. Das Land habe durch die Pandemie „unauslöschliche Narben“ be­komm­en, sagte Staatschef Sergio Mattarella gestern Abend bei einer Zeremonie in der gleichnamigen Provinzhauptstadt. Es sei das ganze Land, das in Bergamo „gelitten hat, das verletzt worden ist, das geweint hat“.

Bergamo und andere nördliche Provinzen waren die am schlimmsten von dem neuartigen Virus heimgesuchten Regionen Italiens. Mehr als 6.000 Menschen starben allein in der Provinz Bergamo an den Folgen der Infektion.

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Die dramatischen Bilder von dutzenden sich aufreihenden Särgen am Friedhof oder von Militärkonvois zum Transport von Coronatoten gingen um die Welt. In der schlimmsten Phase der Krise fanden in Bergamo Bestattungen unter Ausschluss der Familien statt.

Auch an der Gedenkzeremonie gestern am Friedhof Monumentale durften die Hinter­blie­benen nicht teilnehmen. Ihre Zahl ist zu groß, als dass die Abstandsregeln zum Schutz vor dem Virus hätten eingehalten werden können.

Nach einer Schweigeminute legte Mattarella einen Kranz ab. „Die Epidemie hat unsere Leben verändert“, sagte der Staatschef. Alle Bürger hätten Bilder im Kopf, die sie nicht mehr vergessen könnten.

Die Krise habe Schwachstellen im italienischen „System“ offen gelegt, über die es ernst­haft nachzudenken gelte, sagte Mattarella auch. Doch müssten zugleich die positiven Er­fahrungen in Erinnerung behalten werden, so der enorme Einsatz des Gesundheitsperso­nals und der Sicherheitskräfte.

Insgesamt starben in Italien mehr als 34.000 Menschen an den Folgen der Corona­infekti­on. Die Ausbreitung des Erregers ließ in den vergangenen Wochen stark nach, weshalb die Restriktionen des öffentlichen Lebens inzwischen weitgehend gelockert wurden. © afp/aerzteblatt.de

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