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Politik

Erster KIM-Fachdienst zugelassen

Montag, 29. Juni 2020

/Production Perig, stock.adobe.com

Berlin – Die Gematik hat den ersten Fachdienst für die Anwendung Kommunikation im Medizinwesen (KIM) zugelassen. Mittels KIM wird künftig der sektorenübergreifende Ver­sand von Dokumenten wie Arztbriefen, Abrechnungen und elektronischen Arbeits­unfä­hig­keitsbescheinigungen (AU) sowie weiterer Nachrichten und Daten über die Telematik­infrastruktur (TI) abgewickelt.

„Mit dem ersten zugelassenen KIM-Fachdienst haben wir einen Etappensieg errungen, damit alle Akteure sicher miteinander kommunizieren können. Endlich wird aus der Tele­matikinfrastruktur die zentrale Plattform für die Digitalisierung des Gesundheits­wesens. Darauf haben wir lange gewartet“, betonte Gematik-Geschäftsführer Markus Leyck Dieken.

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Nach der Einrichtung von KIM können über Praxissoftware, Krankenhausinformations­sys­teme oder E-Mail-Programme sicher verschlüsselte sowie signierte E-Mails und Doku­men­te gesendet und empfangen werden.

Neben medizinischen Dokumente können über KIM auch Verwaltungs- und Meldedaten sicher übertragen werden. Damit KIM im Versorgungsalltag zum Einsatz kommen kann, benötigen medizinische Einrichtungen einen E-Health-Konnektor, ein Kartenterminal, ei­nen Praxis-/Institutionsausweis (SMC-B) und in bestimmten Fällen einen Heilberufsaus­weis.

Liegt noch kein Heilberufsausweis vor, sollte dieser schnellstmöglich bei der jeweiligen Lan­des­ärz­te­kam­mer oder Landespsychotherapeutenkammer beantragt werden – ab An­fang 2021 dürfen elektronische AU-Bescheinigungen von den Vertragsärzten nur noch auf digitalem Wege (eAU) signiert und an die Krankenkassen geschickt werden.

Wie die Gematik betont, können sich Primärsystemhersteller am zentralen Interoperabili­täts­register orientieren und so von bereits etablierten Kommunikationswegen wie KV-Connect auf KIM migrieren.

„Wir brauchen eine national einheitliche Kommunikationslösung im Gesundheitswesen. Mit KIM haben wir das technisch definiert und alle bereits etablierten Dienste müssen sich nun an diese Vorgaben anpassen“, erklärte Leyck Dieken.

Die Gematik arbeite gemeinsam mit KV.Digital im niedergelassenen Bereich daran, die bereits bestehenden KV-Connect-Anwendungen bei den Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) auf KIM zu migrieren. Dei Kassenärztliche Bundesverenigung bietet mit kv.dox auch einen eigenen KIM-Dienst an. © aha/aerzteblatt.de

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