NewsAuslandUN befürchten wegen Corona mehr Genital­verstümmelungen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ausland

UN befürchten wegen Corona mehr Genital­verstümmelungen

Dienstag, 30. Juni 2020

/Piotr Mitelski, stock.adobe.com

Genf – Die Coronakrise wird nach Einschätzung der Vereinten Nationen (UN) den Kampf gegen Genitalverstümmelung und Kinderehen zurückwerfen.

Angesichts der herunterge­schraubten nationalen und internationalen Präventionspro­gram­me wegen der Pandemie sei davon auszugehen, dass bis 2030 zusätzlich rund zwei Millionen Mädchen eine Genitalver­stümmelung erleiden würden, sagte die Chefin des Genfer Büros des UN-Bevölkerungsfonds (UNFPA), Monica Ferro.

Anzeige

Allein in diesem Jahr sind demnach 4,1 Millionen Mädchen dem Risiko einer Genitalver­stüm­me­lung ausgesetzt. Auch die Praxis von Kinderehen steige in Zeiten von Not und Krise, sagte Ferro. Die UN-Organisation gehe wegen der Folgen der Coronakrise von 13 Millionen zusätzlichen Kinderehen bis 2030 aus.

Es gehe darum, endlich die Rechte von Mädchen und Frauen zu stärken und zu respektieren, sagte Ferro. Eine gewisse Haltungsänderung sei immerhin spürbar. Eltern würden die Be­deu­tung von Bildung und einem selbstbestimmten Leben auch bei Mädchen immer mehr er­kennen. „Das Blatt wendet sich“, so Ferro.

Nach jüngsten Angaben von Bun­des­fa­mi­lien­mi­nis­terin Franziska Giffey leben in Deutsch­land derzeit knapp 68.000 Frauen und Mädchen, die von weiblicher Genitalverstüm­melung betroffen sind.

Die meisten betroffenen Frauen stammten aus Eritrea, Somalia, Indonesien, Ägypten und Nigeria. Bis zu 15.000 minderjährige Mädchen seien außerdem in Deutschland von weiblicher Genitalverstümmelung bedroht. © dpa/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

25. Juni 2020
Berlin – Zehntausende Mädchen und Frauen sind in Deutschland von Genitalverstümmelung betroffen. Laut einer neuen Untersuchung, die Bun­des­fa­mi­lien­mi­nis­terin Franziska Giffey (SPD) in Berlin
Zehntausende Mädchen und Frauen in Deutschland von Genitalverstümmelung betroffen
6. Februar 2020
New York/Genf – Bei einem Viertel aller genitalverstümmelten Mädchen und Frauen weltweit, derzeit 52 Millionen Betroffenen, ist der Eingriff durch medizinisches Personal ausgeführt worden. Das geht
Unicef kritisiert Genitalverstümmelung durch Mediziner
5. Februar 2020
Hannover – Mehr Anstrengungen bei der Ächtung von weiblicher Genitalverstümmelung wünscht sich die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW). In den kommenden zehn Jahren seien nach Berechnungen der
Millionen Mädchen droht Genitalverstümmelung
11. Oktober 2019
Berlin – Die Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes (TDF) hat sich für ein größeres Bewusstsein für Genitalverstümmelung von Frauen und Mädchen in Deutschland ausgesprochen. Die Zahl der vermutlich
Terre des Femmes: Genitalverstümmelung auch in Deutschland bekämpfen
5. Februar 2019
Genf – Rund 200 Millionen Frauen leben weltweit mit den Folgen einer Genitalverstümmelung. Der Eingriff ist verbreitet in etwa 30 Ländern in Teilen Afrikas, des Nahen Ostens und Asiens. Er gilt als
Genitalverstümmelung verletzt Menschenrechte von Mädchen und Frauen
4. Februar 2019
London – Ein Gericht hat zum ersten Mal in Großbritannien eine Verurteilung wegen weiblicher Genitalverstümmelung ausgesprochen. Eine 37-jährige Frau aus Uganda wurde am vergangenen Freitag schuldig
Britisches Gericht fällt erstmals Urteil wegen Genitalverstümmelung
29. Januar 2019
Kairo – Mit einer neuen Kampagne will Ägypten seinen Kampf gegen die Genitalverstümmelung von Frauen verstärken. Lanciert werden soll die landesweite Aktion am Internationalen Tag der Nulltoleranz
LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER