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Politik

Bundesregierung will mehr für Demenzerkrankte tun

Mittwoch, 1. Juli 2020

Demenz Gehirn AdobeStock.com freshidea

Berlin – Angesichts der alternden Gesellschaft in Deutschland will die Bundesregierung künftig bessere Rahmenbedingungen für Menschen mit Demenz schaffen. Das Kabinett beschloss heute eine „Nationale Demenzstrategie“.

„In einem breiten Bündnis macht sich die Bundesregierung damit auf den Weg, Deutsch­land demenzfreundlich zu gestalten“, erklärten die drei Bundesminister Franziska Giffey (SPD, Familie), Jens Spahn (CDU, Gesundheit) und Anja Karliczek (CDU, Forschung).

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Im September solle mit den Partnern zusammen die konkrete Umsetzung starten. 2026 werde Bilanz gezogen, heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung. Derzeit sind den Angaben zufolge rund 1,6 Millionen Menschen an Demenz erkrankt, 2050 könnte die Zahl bei 2,8 Millionen liegen.

In einem breiten Bündnis mit der Deutschen Alzheimer Gesellschaft, den Ländern und Kommunen, den Verbänden des Gesundheitswesens und der Pflege, den Sozialversiche­rungsträgern, der Zivilgesellschaft und der Wissenschaft sei erarbeitet worden, wie man Deutschland demenzfreundlich machen könne.

Gebraucht werde „ein neues Bewusstsein in allen Bereichen des Lebens, soziale Unter­stüt­zungsnetzwerke vor Ort, gute medizini­sche Versorgung und erstklassige Forschung“, so die Minister. Die Strategie ist bundesweit ausgerichtet und langfristig angelegt, es wur­den 27 Ziele formuliert und insgesamt rund 160 Maßnahmen vereinbart, wie es wei­ter hieß.

Dazu gehörten unter anderem Vor-Ort-Netzwerke mit Beratungs- und Unterstützungsan­ge­boten für Betroffene und Angehörige. Zudem sollen sich alle an der pflegerischen Ver­sorgung Beteiligten besser vernetzten, die hierfür vorgesehenen Mittel aus der Pflege­ver­sicherung sollen deutlich erhöht werden.

Mit einer bundesweiten Kampagne soll zudem die Aufmerksamkeit für Demenz in der Ge­sellschaft erhöht und zum Engagement aufgerufen werden. So werde die Möglichkeit un­terstützt, sich als „Demenz Partner“ schulen zu lassen oder in Vereinen und Unternehmen die Strukturen zu verbessern.

Damit Angehörige von Demenzkranken Pflege und Beruf besser vereinbaren können, soll­en Unternehmen, Kommunen und pflegende Angehörige Strategien entwickeln und Netz­werke knüpfen. Zur Unterstützung richtet das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend auf Bundesebene eine „Regiestelle“ ein.

Zudem sollen die Abläufe in der Versorgung besser abgestimmt werden. Wenn jemand an Demenz erkrankt, müssten alle Versorgungs- und Unterstützungsbereiche ineinandergrei­fen. „Ärzteschaft, Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen und weitere Beteiligte werden ihre Zusammenarbeit in einem ,Versorgungspfad' klarer beschreiben und das Schnittstellen­management optimieren“, hieß es weiter.

Unvermeidbare Kranken­haus­auf­enthalte sollen erleichtert werden durch eine „demenz­sensible Gestaltung der Arbeitsprozesse und qualifiziertes Personal".

Im Bereich Forschung zur Demenz sieht die Strategie vor, den Aufbau eines nationalen klinischen Demenzforschungsnetzwerks und eines Netzwerks zur Demenzversorgungs­for­schung zu fördern. Der Zugang zu Daten für Forschungszwecke soll erleichtert werden. „Insbesondere sollen wissenschaftliche Erkenntnisse schneller und wirksamer zum Wohle der Betroffenen in die Praxis übertragen werden“, so das Ziel. © dpa/afp/aerzteblatt.de

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Hortensie
am Freitag, 3. Juli 2020, 11:16

Vereinbarung von Beruf und Pflege bei Demenzkranken?

Wenn ein Angehöriger einen Demenzkranken zu pflegen hat, kann er nicht parallel dazu berufstätig sein! Er benötigt noch mind. eine 2. Person, die ihn dabei unterstützt und die dann auch nicht berufstätig sein kann.
Man sollte sich vergegenwärtigen, was es heißt, wenn ein Mensch dement ist. Der ist das nicht nur stundenweise, sondern Tag und Nacht.
Bitte realistisch bleiben ...
LNS

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