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Ärzteschaft

Einigung bei Tarifgesprächen für hessische Universitätskliniken

Mittwoch, 1. Juli 2020

Universitätsklinikum in Frankfurt am Main /dpa

Frankfurt am Main – Der Marburger Bund (MB) und das Land Hessen haben sich nach langen und zähen Verhandlungen auf einen Tarifabschluss für die rund 2.200 Ärzte an den drei hessischen Universitätskliniken verständigt. Das gab der MB heute bekannt.

„Es war ein langer und schwieriger Weg. Aber auch dank der Unterstützung unserer Mit­glieder in den Unikliniken haben wir ein respektables Gesamtergebnis erreicht“, sagte An­dreas Wagner, Verhandlungsführer und Geschäftsführer des Marburger Bundes Hessen. Man sei in der herausfordernden Verhandlungssituation, in Zeiten von Corona und dem aktuellen Übergang des privatisierten Uniklinikums Gießen/Marburg an einen neuen privaten Trä­ger, „mit dem Ergebnis zufrieden“.

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Dem MB zufolge sind die Universitätskliniken ab sofort verpflichtet, die gesamte Anwe­sen­heitszeit der Ärzte im Krankenhaus auf elektronischem Wege oder auf andere Art mit der gleichen Genauigkeit zu erfassen und zu dokumentieren. Der MB sprach von einem „signifikanten Fortschritt beim Umgang mit der ärztlichen Arbeitszeit“.

Die Ärzte in Hessen bekommen nach Angaben der Ärztegewerkschaft zudem in drei Schritten 7,25 Prozent mehr Gehalt. Auch die Zeitzuschläge für Arbeit in den Nächten und an Wochenenden werden erhöht.

Bei mehr als vier Bereitschaftsdiensten im Monat erhalten Ärzte künftig zusätzliche Zeit­gutschriften, die sie in Freizeit ausgleichen können. Außerdem ist tariflich geregelt, dass Ärzte Anspruch auf zwei freie Wochenenden pro Monat haben. Das Tarifergebnis steht noch unter Vorbehalt der Zustimmung der Gremien des Marburger Bundes.

Hessens Innenstaatssekretär Stefan Heck zeigte sich mit dem Abschluss zufrieden. Das Ergebnis zeige, dass auch in Pandemiezeiten der Spagat zwischen der höchstmöglichen Patientensicherheit und einer Honorierung der hervorragenden Leistungen der Ärzte gelingen könne.

„Wir haben jetzt eine passgenaue hessische Lösung für die Wochenend- und Bereit­schafts­dienste gefunden.“ Insbesondere bei den Bereitschaftsdiensten sei ein bundesweit einmaliger Weg gefunden worden, sowohl die Leistungen der Ärzte finanziell zu honorie­ren als auch einen flexibleren Freizeitrahmen zu gestalten.

Unterdessen forderte der Hessische Ärztekammerpräsident in der Krise mehr Unterstüt­zung von der Politik. Seit Wochen arbeiteten die Gesundheitsämter am Limit, sagte Edgar Pinkowski laut einer Mitteilung.

Die Mitarbeiter kämpften nicht nur mit der Pandemie, sondern auch mit strukturellen Defiziten und zu wenig Personal im Öffentlichen Gesundheitsdienst. Pinkowski forderte deswegen unter anderem eine personelle Mindestausstattung, attraktivere Arbeitsbedin­gungen und eine bessere Bezahlung. © may/dpa/aerzteblatt.de

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